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schneller in die Aktion gebracht werden, wie Sie jetzt vermuten,und um Metz wird außer dem Bombardement nicht viel zu habensein. Also, mein lieber Freund, tragen Sie, was das SchicksalIhnen zu tragen auferlegt.
„Ihre Schrift (über den Chef der weißen Husaren) habe ichmit großem Interesse gelesen; ich danke Ihnen bestens für dieZustellung. Empfehlen Sie mich bestens Ihrer Frau Gemahlinund erinnern Sie dieselbe an unser Gespräch zu Bückeburg. WäreIhr Wunsch in Erfüllung gegangen, sie wäre zweifellos einetrauernde Witwe, das Ungestüm ihres Gatten wäre eins der erstenOpfer gewesen, er wäre gefallen wie sein tapferer Bruder beiNachod. Jetzt aber darf sie hoffen, unter den heimkehrenden Sie-gern den Gatten zu finden, dem ich wünsche, daß er ihr mit demeisernen Kreuze entgegentritt.
„Münster hat nicht zur Annehmlichkeit gestern 100 gefangeneOffiziere mit 100 Burschen bekommen. Wie sich die Herren hierbenehmen müssen wir sehen.
„Sehen Sie Kameraden des Regiments, so bitte ich meinenGruß. Ihr ergebenster Schwach."
Der Oberst sollte recht behalten mit seinen kriegerischen Aus-sichten für mich. Vorher gab es aber noch eine böse Nuß zuknacken.
Ich entnehme darüber einem meiner Briefe an meine Frau vom14. September:
„Ich kann Dir nur noch erzählen, daß ich einem meiner Leute(in der Hitze des Gefechts) eine Ohrfeige gegeben habe. StattLorbeeren zu ernten, werde ich am Ende Arrest erhalten."
Der Hergang war folgender: Ganz unerwartet hörte ich, daßein Landwehrosfizier, der die Ronde hatte, am Biertische voneinem groben Exceß erzählte, den einer meiner Leute auf Postenbegangen habe. Ich alarmierte sofort die Compagnie. Nachdemich meiner Gewohnheit gemäß einen Kreis hatte formieren lassen,ließ ich den Beschuldigten vortreten, fragte ihn, ob er das ihmzur Last gelegte Vergehen begangen habe und erteilte ihm dieOhrfeige in der Erregung über die der Compagnie zugefügteSchande. Nachdem darauf die Linie mit derselben Genauigkeit her-gestellt war wie vorher der Kreis und der übliche Dienst auch an den