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„Um 8 Uhr ging ich zu den Vorposten und verblieb daselbstbis 2 Uhr Mittags, wo mein Kommando aufhörte.
„Ich hatte mir einen vollständigen Verteidigungsplan gemacht.Ein Vorpostencommandenr, der zum Gefechte kommt, hat eine dank-bare Aufgabe.
„Es wäre zu schön, könnte ich mir das eiserne Kreuz erobern.
„Du brauchst aber nicht zu glauben, daß ich deshalb waghalsigsein werde."
„Ich liege für meine Person", schrieb ich an anderer Stelle,„in Norroy, einem reizenden Ort in den Weinbergen, welcheMetz von dieser Seite umgeben. Leider giebt der Gefechtsabschnitt,welchen ich betreffenden Falls zu besetzen habe, eine vorübergehendeAbhängigkeit von dem anderen Bataillonscommandeur, v. Klitzing.Wir Offiziere haben hier in Norroy einen gemeinschaftlichen Tischund leben sehr gut. Mein Wirt, ein junger Abbs, ist ein freund-licher, gebildeter und frommer Katholik. Da er nichts zu essenhat, haben wir den Pakt gemacht, daß er den Wein giebt und mituns ißt, was seine Köchin uns aus unseren Vorräten bereitet.
„Wir führen bei Tisch sehr anregende Gespräche. Das Un-glück Frankreichs empfindet der Geistliche tief. Beim Anblick einesbrennenden Gehöftes (La Maxe) stand er auf und weinte.
„Ich benutzte die mir freie Zeit, die von uns rechts stehendenStellungen des benachbarten Armeecorps zu besuchen. Der Rittdurch die Weinberge der herrlichen Gegend war schön.
„Es kamen Ersatzmannschaften, welche der Hauptmann Wolt-mann führte.
„DerRegimentscommandeur beorderte mich und Klitzingzum Abreiten unserer Gefechtsstellungen. Der letztere fühlt sichmächtig. Der Oberst ist sehr nett. Er besuchte mich in meinemQuartier, und versammelte ich meine Herren um ihn zu einem GlaseWein.
„Den 29. abends kamen Alarmgerüchte. Den Anlaß da-zu gaben Feldlager bei Woyppy und Maisonrouge und das Schlageneiner Brücke über die Mosel, Dinge, die man vom Observatoriumbemerkt hatte
„An dem Südausgang von Semscourt wurde eine Wegsperreund die Häuser zur Verteidigung eingerichtet. In der Nacht