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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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wiederholten sich die Alarmgerüchte. Ich mußte mich dieserhalbum 11, 12 und 1 Uhr von meinem Lager erheben. Um 5 Uhrließ ich alles antreten; es stellte sich aber heraus, daß der Ka-nonendonner, welcher zu der Beunruhigung den Anlaß gegebenhatte, gegen eine benachbarte Abteilung gerichtet war. Ich ließdaher meine Mannschaft in die Quartiere rücken.

Inzwischen'hatte die Leitung den Eindruck gewonnen, daß derFeind seine Unternehmungen mit Vorliebe gegen die Landwehrrichtete, welche auf dem anderen Ufer der Mosel die Einschließungunter dem General Kummer hatte. Da man hier einen Durch-bruch in der Richtung auf Thionville besorgte, wurde befohlen,daß die Landwehr und das 10. Corps ihre Plätzewechseln, letzteres mit einer Division, der 20., die Vorpostenvon der Mosel bis zu dem links von ihr befindlichen I. Armee-corps übernehmen und die 19. Division (Schwartzkoppen) dahinterin Reserve rücken solle.

Wir bezogen ein Bivouak bei Schloß Buy und hattendaselbst ein schönes Lager und gutes Wetter. Es fehlte allerdingsnicht an Gewehr- und Geschützfeuer. Wir wurden aber auch hierweniger beunruhigt als die Landwehr nun auf dem anderen Mosel-ufer. Wir sahen Bellevue brennen und daß sich die Franzosen inden Besitz von Ladonchamps setzten. Sie gaben es auch nichtwieder heraus, obgleich sie daselbst von einer unserer Batterieenbei Amelange lebhaft beschossen wurden."

Am b. September berichtete ich wieder an die Alleinigen:DieFüsiliere und das erste Bataillon sind im Lager von Ar-gancy. Das schöne Wetter erleichtert die Einrichtung; unsereDivision liegt im zweiten Treffen, rechts von uns, in unsereralten Position, die Division Kummer, links von uns das I. Armee-corps.

Oldendorp soll Major, ein Hauptmann v. Below in unser Re-giment als Einschub gekommen sein."

Eines Tages, ich weiß nicht, aus welcher Veranlassung, rücktenwir aus, und hatte ich in einem kleinen Dorfe, in welchen, ich mit57ern kantonnieren mußte, ein Abenteuer. Mir waren für meinBataillon nur wenige kleine Häuser angewiesen. Ich verteilte sieauf die Compagnieen und reservierte für meine Offiziere ein ent-