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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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lentini abzuwarten, weil man den Ort, wegen der Nähe von Langresauch nicht nur vorübergehend, ohne Besatzung lassen wollte.

Ich erbat und erhielt vom Oberstlieutenant Sannow die Regi-mentsmusik und rückte mit dem Bataillon auf den Markt der Stadt,an welchem der kommandierende General Wohnung genommen hatte.

Da ich von einer Wanderung vom Tage zuvor wußte, wieschwierig das Terrain außerhalb der Stadt für eine Besatzung war,beschränkte ich mich darauf, nach den Ortsausgängen unausgesetztPatrouillen zu senden und die übrigen Mannschaften auf dem Marktezusammenzuhalten.

Die Verpflegung des Bataillons sicher zu stellen, verteilte ichdie an dem Platze gelegenen Häuser auf die vier Compagnieenund bestimmte, daß sie sich zum Frühstück zugweise in dieselben be-geben sollten. Den Offizieren wurde ein benachbartes Restaurantangewiesen.

Kaum war dieser Befehl zum erstenmal in Ausführung gebracht,als die Väter der Stadt erschienen und mich baten, von der Ein-richtung Abstand zu nehmen, indem sie davon Ärgernis befürchteten.Ich suchte sie mit der Erklärung zu beruhigen, daß meine Leutesich keine Überschreitungen würden zu Schulden kommen lassen.Da man es aber wünschte, erklärte ich mich damit einverstanden,daß die Stadt die Speisung übernehme und zunächst ein erstesund zweites Frühstück und dann ein reichliches Mittagsessen an-fahren lasse. Der Verabredung wurde pünktlich entsprochen.

Als nach Tische die andere Brigade noch immer nicht eintraf,hielt ich es angebracht, den Mängeln der Bekleidung abzuhelfen.Auch dieser Requisition wurde nach Wunsch nachgekommen. Nun ließich den Vertretern der Stadt die Pferde des Bataillons mit der Fragevorführen, ob nicht, die ihnen bezeichneten, auch nach ihrer Meinung,dem Zwecke nicht entsprächen. Die Herren stimmten meinem Ur-teil bei.

Ich verkündigte, daß sie für die ausgemerzten andere Pferdezu beschaffen hätten. Man versicherte, keine zu haben. Ich stellteeine Frist, und brachten sie nach Ablauf derselben einige unbrauch-bare Klepper. Ich belobte ihren guten Willen, erklärte aber, daßsie, nach Ablauf einer Stunde, eine bestimmte Kontribution bezahlenmüßten, wenn sie nicht einen geeigneten Ersatz bieten würden.