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Noch bevor die Zeit abgelaufen war, stellte die Stadt drei aus-gezeichnete Pferde, deren eins bis zum Ende des Feldzuges alsStangenpferd des Patronenwagens verwendet, die beiden anderenvon mir bis Beanne geritten wurden.
Inzwischen spielte die Regimentsmusik ihre lustigen Weisen,insbesondere unser Hauptstück: „O Hannes hat den Haut!" einenMarsch, der überall, wo wir in Frankreich auftraten, bekannt wurde,und erst das Erstaunen und dann das Vergnügen der Zuhörererregte, wenn die Töne der Musik in immer schnellerem Tempoerschallten, Plötzlich verstummten und die Mannschaft des ganzenBataillons in jenes Zauberwort („O Hannes hat den Haut!") ein-stimmte.
Das erste Mal dachten die Franzosen: das sind die deutschenBarbaren, das andere Mal sahen sie sich verwundert an und lach-ten endlich mit uns hell auf. Auch in Chatillon vergnügten sichdie Bürger an diesem Spiel, und freute sich darüber auch derkommandierende General, als er sein Quartier verließ. Er erließdemnächst aber, wenn auch ohne jede weitere Bezeichnung, einenBefehl, wonach das Erheben von Geldkontributionen den mit derhöheren Gerichtsbarkeit begabten Vorgesetzten vorbehalten wurde.
Als die von mir erwartete Brigade in Chatillon eintraf, er-klärte sich ihr Führer damit einverstanden, daß ich, wegen derschon vorgerückten Tageszeit, die Nacht in Chatillon verbleibe.Es war dies unter den obwaltenden Umständen auch angezeigt,weil mich mein Weg zum Regiment durch eine ausgedehnte Wal-dung führte, in welchem mich die Franctireurs, wenn sie wollten,überfallen konnten.
Mich nicht zu zersplittern, hielt ich am anderen Tage diewenigen hundert Mann, welche mein Bataillon ausmachten, auf derStraße, bis auf einen kleinen Vor- und Nachtrupp, zusammen,wies aber alles an, die Augen auch nach der Seite aufzumachenund sich beim Erscheinen von Verdächtigen diesen mit den zunächstBedrohten entgegenzuwerfen, während die anderen ihren Weg bisauf weiteres verfolgten.
Wir wurden auf dem Marsche nicht belästigt, und spielte dieMusik, als wir das freie Feld erreicht hatten, wieder ihre lustigenWeisen.