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Nach solchen Vorgängen ist es mir bedeutungsvoll gewesen, daßwenige Tage später in demselben Chatillon das Bataillon Unna,dem ich einst angehörte, von Franctireurs und Mobilgarden unterRiciotti Garibaldi überfallen und mein guter Bardeleben, der sichdabei auszeichnete, verwundet wurde, 19. November.
Ich erreichte mein Regiment, welches mit den beiden anderenBataillonen daselbst Ruhetag hatte, in Nicey. Am folgendenTage marschierten wir nach Tonnere, einem hübschen Orte ineiner entzückenden bergigen Landschaft.
Ich erreichte die Stadt mit meinem Bataillon, als es schon dunkelwar. Da ich den Auftrag hatte, den Ort zu sichern, ließ ich diedazu bestimmten Abteilungen, in der bekannten Weise, schon durchdie Stadt, radienartig, nach dem ihnen auf der Karte bestimmtenPlatz vorgehen, mußte aber bei diesen und anderen Gelegenheitenwahrnehmen, wie schwierig es unter solchen Umständen für denFührer ist, die nötige Verbindung in einem unbekannten feindlichenGebiete in der Dunkelheit herzustellen.
Ins Quartier kam ich zu einem alten französischen Obersten,der den Übergang über die Berezina mitgemacht hatte und mirdavon erzählte. Am folgenden Tage marschierte das Bataillon nachGermigny.
Auf die Nachricht, daß der Lieutenant v. Schlegell von denDragonern, welcher den Auftrag hatte, in der Richtung auf Auxerrezu rekognoszieren, in Chablis erschossen war, wurde an diesemTage das Fusilierbataillon (Hauptmann Woltmann) des Regimentseinem Detachement zugeteilt, welches dem Major v. Decken zurBrandschatzung von Chablis zufiel. Das Detachement wurde aufseinem Rückmarsch, auf welchem es uns 50 Wagen mit Lebens-mitteln zuführte, von den Franctireurs sehr beunruhigt.
In Brienon stießen Patrouillen der zweiten Compagnie,welche den Bahnhof besetzt hatten, auf schwache feindliche Banden.Wir machten in dieser Zeit eine Wandelung in der Beurteilungder Franctireurs insofern durch, als man anfangs geneigt war, sieals Räuber anzusehen, während wir nun daraus hingeführt wur-den, daß eine einheitliche Uniform, unter Nachweis der Zugehörig-keit zu einem bestimmten Verbände mit Löhnungsbuch und anderenPapieren, sie zu einer vollberechtigten Miliz stempelte.