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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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45
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Immerhin hatten wir den Eindruck, daß wir überall, insbe-sondere auf unseren Märschen durch Ortschaften, von der Bevölke-rung in sachkundiger Weise beobachtet und gezählt wurden.

Das war nicht angenehm aber nicht zu ändern, nnd habe ich esnachträglich verurteilt, daß ich mich in solchem Falle hinreißen ließ,einen Curö, der die ihn umstehenden Landsleute in auffälligerWeise auf, ich weiß nicht was, bei uns aufmerksam machte, nichtnur mitzunehmen, sondern auch seine Befreiung davon abhängigzu machen, daß er sich endlich herbeiließ vor anderen Franzosen zurufen:L das los tranetireursI"

Am Abend des 18. erreichten wir Joigny an der Nonne,eine hübsche Stadt von 6000 Einwohnern, hier verbrachten wireinen Ruhetag.

Da die französischen Generalstabskarten, welche wir bei der ^Mobilmachung erhalten und bisher gebraucht hatten, nicht weiter als l »bis zu dieser Gegend reichten, und ich gleich den meisten ohne an- i ;dere Hilfsmittel war, durchstöberte ich die Schulen, fand aber nur ;Wandkarten, bis ich bei dem Direktor eines höheren Instituts einen - ^großen Atlas mit den Karten aller Departements und den Plänen ^ ,der größeren Städte Frankreichs ausfindig machte. Es gehörte ! idazu ein Text, der zwei Bände umfaßte, welche ich dem Eigen- stümer ließ, während ich die Karten zu seinem großen Schmerze, na- ^türlich gegen Quittung, au mich nahm.

Zur Erzielung einer rechtzeitigen und reichlicheren Verpflegungder Mannschaft benutzte ich den Aufenthalt, mir, durch meinenZahlmeister Medik, einen thatkräftigen Beamten, auf dem Wege derBarzahlung, von der Bevölkerung einen größeren Vorrat von gutemBrot und Speck zu verschaffen, nachdem ich von der Bestimmung,die mir solches gestattete, Kenntnis erhalten hatte. Bisher hatteich mir damit geholfen, daß ich mir von der Proviantkolonne,auf meine Verantwortung, eine Extraportion Speck gegen Quit-tung verabreichen ließ. Schwieriger war dabei die Beschaffung vonBrot.

Beim Durchmarsch durch ein langgezogenes Dorf ließ ichden Bewohnern durch meinen Adjutanten, der zu diesem Behufevoraus ritt, den Befehl erteilen, mit einem oder mehreren Brotenvor die Häuser zu kommen und diese den hierzu mit Säcken ver-