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Bei der Landwehr : vor Metz und die Schlacht von Beaune la Rolande / Von Gneomar Ernst v. Natzmer
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»nii ging's vorwärts im Sturmschritt unter fortwährendem Schießen und demmarkerschütternden Hurrah aus anderthalbhundert westsälischen Kehlen, unserCompagnicführer, Premierlicutenant v. Ncree, mit gezogenem Degeil voran,auf die Verschanzung los.

Bon der Verschanzung aus wurden auf die davon eilenden Feinde nochdrei wohlgezielte Salven geschickt, die seine Verwirrung vollständig machten.Daraus erschien ein Major vom 57. Regiment, um Neree für die rechtzeitiggeleistete Hilfe seinen Dank auszusprechen.

Unsere Siegesbcute bestand in einer Masse von Lhassepotgewehren undGefangenen, die allmählich von unseren Patrouillen aus ihren Schlupfwinkelnhervorgezogen wurden. Dieselben gehörten zum größten Teil der Garde an.

Wir verließen unsere eben eingenommene Position und wandten uns demrechts liegenden Gehöfte zu, das mittlerweile von den drei anderen Compagnieendes 1. und dem Füsilierbataillou genommen war.

Mit welcher Freude man sich gegenseitig die Hand drückte und zu demglänzenden Erfolge Glück wünschte, können Sie denken.

Hier endlich war es uns möglich, die verheerenden Wirkungen unseresGewehrseuerS sowohl, wie den verzweifelten Widerstand unserer weitaus in derMinderzahl befindlichen Landwehr zu beurteilen. Die ganze Nacht hindurchbrachten unsere Patrouillen verwundete und tote Landwehrleute und Franzosenherbei, die nebeneinander auf dürftigem Strohlager gebettet wurden.

WaS die Verluste unseres Regiments anbetrifft, so sind dieselben alsäußerst gering zu bezeichnen. Dies hat einmal seinen Grund in der Gewohn-heit der Franzosen, zu hoch anzulegen, hauptsächlich aber, wenigstens nachmeinem Urteil, in der vorzüglichen Führung der Bataillone und Compagnieen,die stets die richtige Zeit und den richtigen Ort zur Deckung fanden. Leiderhaben wir jedoch den Verlust unseres allseitig verehrten Obersten Hahn v. Dorschezu beklagen. Derselbe erhielt einen Schuß durch Arm und Brust; doch giebtsein Befinden, wie ich neuerdings höre, Hoffnung auf Besserung.

Schließlich kann ich zu unser aller Genugthung berichten, daß unser Ba-taillonscommandeur, der Hauptmann v. Natzmer, die Auszeichnung des eisernenKreuzes erhalten hat; dieselbe Auszeichnung wurde noch den: Hauptmann Welt-mann und 16 von den Mannschaften der beiden Bataillone zuteil.

Einige Tage später wurde uns ein Befehl mitgeteilt, in dem seitens desGenerals Kummer unserem Regimente der Dank für das tapfere Vorgehen aus-gesprochen wurde."

Der Bericht der 57er lautete:

Zu größter Ruhe und Ordnung, trotz des anfangs noch schwachen feind-lichen Feuers avancierte das Bataillon, in erster Linie die 5. Compagnie Lan-celle, links an die Mosel sich lehnend, rechts daneben die 7. Compagnie Feige,beide Compagnieen mit vorgezogenen Schützen. Hinter ihnen folgte in zweiterLinie als Soutien die 6. Compagnie Thorbeck und die 8. Compagnie, Haupt-mann Soest von der Reserve, in der Mitte der Bataillonsconnnandeur mitseinem Adjutanten das Ganze dirigierend.