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12) Nach Hoenig (I, 270—274) hat der Adjutant des Majors v. Schölerden Oberstlieutenant v. Brasserie vom Pferde gehauen und gefangen genommen,nachdem dieser dem Major einen Hieb versetzt hatte. Merkwürdigerweise wirdhiervon in der Geschichte der hessischen Reiter nichts erwähnt, dagegen daselbstS. 137 erzählt: „Rittmeister Wernher der 5. Eskadron des 2. Reiterregimentsstürzte sich mit dem noch auf der Chaussee befindlichen Teil der Schwadrondem Feinde entgegen.
Rittmeister Schweitzer (3. ESIadron 1. Regiments) griff in das Gefechtein. Hierbei nahm Lieutenant v. Willich den feindlichen Regimentscommandeur,Oberstlieutenant de la Brasserie, soeben von einem Mann der 3. Schwadrondurch einen Hieb über den Kopf verwundet, gefangen, nachdem er das durch-gehende Pferd desselben zum Stehen gebracht hatte." Bon diesem Vorgängeerwähnt H. Hoenig nichts.
13) Dies ist der richtige Sachverhalt, der bei Honig nicht in den gehörigenZusammenhang gebracht ist.
14) Nicht unrichtig äußert sich H. Hoenig über die Meldungen der Vorposten:„Die Front des 10. Armeecorps war in jenen Tagen im wahren Sinne desWortes durch das Zusammenwirken der feindlichen Bewohner und Truppeneingeschnürt, so daß selbst ein Durchschleichen unausführbar wurde und mußtedaher das Melde- und Nachrichtenwesen in der Front versagen. Ein Bei-spiel, wie die Teilnahme des Volkes am Kriege die Führung auf deutscherSeite erschwerte und eine Lehre, daß man von den Vorposten weniger Mel-dungen und Nachrichten erwarten darf als Sicherheit und Schutz. Die Auf-klärungen müssen unabhängig vorn Vorpostendienst auf anderen Wegen erzieltwerden."
Um so auffallender erscheint, daß der Verfasser schon damit umgeht, miteiner Publikation der Meldungen der Vorposten vorzugehen. Bei der beliebtenpersönlichen Zuspitzung aller Fragen kann sich ein Mitkämpfer nicht darüberfreuen, auch wenn er zu dem siegreichen 10. Corps gehört.
15) Wer wollte es dem General v. Wedell verdenken, daß er hiernachvon dem von Hoenig II, 12 geschilderten Vorgang wenig erbaut war.
„Am 27. früh (wo die 57er aus Vorposten waren) meldete Plötzlich dieFeldwache von Tantcmont den Anmarsch starker feindlicher Kräfte von Maiziercsaus Beaune. Der Meldereiter überbrachte die Meldung aus schaumbedecktemRosse dem Commandeur von den 57ern, Major v. Gerhardt, der in Anbetrachtder Bedeutung des Vorganges und des nebeligen Vormittags sogleich all ar-mieren ließ; der Allarm wurde nach rechts und links aufgenommen und ineinem Augenblicke stand die 38. Jnfanteriebrigade gefechtsbereit in ihrenStellungen.
„Die feindlichen Kolonnen waren inzwischen am Straßenkrenz bei Maizieresauf der dort scharf nach Westen schiebenden Straße nach St. Loup marschiertund waren, als der General v. Wedell bei den 57ern in Fauccrive eintraf,natürlich aus dem Gefechtsbereich verschwunden.
„Dort entstand denn große Entrüstung über den falschen Allarm. Der