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Romainville zurückgedrängt war, bemerkt und der östlich von Beaune iuS Ge-fecht getretenen Batterie Knauer Befehl erteilt, mit vier Geschützen gcgcn-La Pierre percle abzurücken."
Oberstlieutenant Knauer hat mir dazu geschrieben: „Als ich von dem Generalv. Woyna den Befehl erhielt, mit vier Geschützen meiner Batterie seiner leichten)und zwar ohne Munitionswagen nach unserem rechten Flügel zu eilen, ließich den zweiten und dritten Zug aufprotzen und trabte daniit in der Kolonnezu einem auf einem Feldwege vor.
„Ich selbst war mit meinem Trompeter etwa 400 Schritt vor der Tete,als unser Abteilungsadjutant, Lieutenant Einbrecht, mir entgegenkam und mel-dete: ,Die 57er werden zurückgedrängt, Sie sollen eiligst zur Unterstützung kom-men'. Ich fragte: .Soll ich eine Ausnahmestellung nehmen'. Glubrechterwiderte: .Nein, unter allen Umständen eingreifen.'
„Ich ließ daher das Trabtempo verstärken und ritt selbst noch etwa 500Schritt ini Galopp weiter vor, als mir ein Adjutant (nach Hoenig, vom 57. Re-giment) entgegenkam, dem gleich ein zweiter folgte. Beide riefen unter leb-haftem Winken: ,Herr Hauptmann, kommen Sie rasch.'
„Ich ließ das Signal Galopp blasen und ritt selbst im schnellsten Tempoweiter vor, um eine geeignete Stellung zu suchen.
„Das Bataillon ging zurück."
„Unsere 57er gingen compagnicweise, heißt eS in der Geschichte des 10.Feldartilleric-Regimentes, zum Teil unter schweren Berlnsten zurück.
„Das Gelände wurde etwas übersichtlicher. Hauptmann Knauer ließ nachder Flanke abprotzen und eröffnete das Feuer auf 800 Schritte und die 4Geschütze, heißt es in dem Gefechtsbericht der Batterie, setzten das Feuer fort,während die feindliche Infanterie sich im Laufschritt näherte. Als sie bis aus400 Schritt herangekommen war und diesseitige Infanterie nicht imstande war,die Batterie zu degagieren — sie war auch nach der Hoenigscheu Darstellung nichtmehr zur Stelle — auch bei dem 3. Geschütze alle 6 Pferde tot oder schwerverwundet waren, sowie der Führer und 3 Mann, wurde aufgeprotzt und ge-lang es, 3 Geschütze zurückzubringen. Das 4. Geschütz blieb liegen, ZugführerBizcseldwebel Alp ließ es mit Kartätschen laden, wurde aber auch verwundet,ein Kanonier ebenfalls noch, und als der letzte den Verschluß herausnehmenwollte, ihn zu retten, auch dieser Mann tötlich verwundet.
„Ich kann bestimmt behaupten, schreibt mir Oberstlieutenant Knauer, daßnicht meine Batterie zu rasch und weit vorging, sondern daß die 57er zu weitzurückgingen."
H. Hoenig hat zu diesem Vorgang die Erläuterung gegeben: „der Com-mandeur vom 1. Bataillon 57 hatte von dem Befehl au Batterie Knauer keineKenntnis erhalten und bereits vor dem Eintreffen Kuauers alle Anordnungenzum Abzug nach Romainville und zur Besetzung des Ortes getroffen, als erzu seinem Schrecken die 4 Geschütze herangaloppieren sah. Sofort ließ er alleCompagnien halten, er selbst begab sich an die Straße zurück. Inzwischen