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sich darum, daß ich es nicht gut hieß, jetzt schon die Waffen des Feindes zusammeln. Jedenfalls hat auch diese Auseinandersetzung unserer Freundschaftkeinen Eintrag gethan, wie man aus den Zeilen ersehen kann, welche er miram ersten Jahrestage der Schlacht von Beaune schrieb:
„Köln, 28. November 1871.
An dem heutigen Tage fühle ich mich gerade Ihnen gegenüber verpflichtet,Ihnen im Geiste kameradschaftlich die Hand zu drücken, da ich dies in Wirk-lichkeit wegen gemeldeter Krankheit nicht kann."
Was die Episode Below angeht, so gehört sie wohl eigentlich nicht hierher. Jedenfalls ist sie mir nicht hinreichend bekannt, ich habe auch keinBeruf gehabt, mich mit seinem Benehmen am 28. zu beschäftigen, da er andem Tage nicht unter meinem Befehl gestanden hat und mit dem Abschnittdes 1. Bataillons und meinen Barrikaden dienstlich nichts zu thun gehabthat. Er stand, wie wir gesehen haben, erst aus dem Windmühlenberge unddann wohl in der meinen, Abschnitt benachbarten Straße hinter der Mauerdes Fllsilierbataillons, welchem er, der Compagnie und dem Befehl nach ange-hörte. DaS ganze Unglück, welches in der Geschichte des Volkskrieges so breitgetreten ist, bestand wohl in dem, was sein Bataillonskommandeur niit denWorten verzeichnet hat: „Below, sehr aufgeregt, meldete mir, daß er keinePatronen mehr habe".
Nach solchen Vorgängen hat Hauptmann Ohly, dessen Zeugnis auch Haupt-mann Hoenig gelten lassen muß, mir bereits am 29. 1. 1873 geschrieben:„Was nun den Hauptmann v. Below angeht, so stand derselbe links vonHacftcn und mir. Ich war mit 2 Zügen 12. Compagnie an der Barrikade,v. Hacften in den Häusern, links Haack, rechts Haeftcn. Im rechten Winkean den Zug v. Haack schloß sich Belows Compagnie an, die 11., dann die10. und 9.
„Da v. Below nicht auf der von Ihnen befehligten Front war, so ist dieseAngelegenheit für Ihr ?ro momoria von keinen! Belang."
Ich möchte hierbei nicht unerwähnt lassen, daß Hauptmann v. Below zweiTage später, schwer verwundet, den Heldentod gestorben ist. Ich werde seinAndenken immer in Ehren halten.
43) Über das Wicdcrvorgehen der äußeren Reserve hole ich hier nach, zunächstwas Prcmierlieutenant Frels berichtet hat, „das Gefecht war mittlerweile zumStehen gekommen, die diesseitige Infanterie ging wieder in der Richtung ausRomainville vor und versuchte den Feind aus einem südlich Nomainville ge-legenen Gehölz zu vertreiben. Die Batterie ging, um diesen Angriff zu unter-stützen, südlich des Cheniin de Cesar vor, nahm Position und feuerte gegen einesüdwestlich des Gehölzes von Romainville postierte feindliche Batterie auf 1750Schritt und später nach der von dichten feindlichen Tirailleur-Schwärmen be-setzten Waldlisiere auf 1100 Schritt."
„Major Körbcr war inzwischen wieder vorgegangen", heißt cL in der Ge-schichte des Artillerie-Regiments, „und hatte seine Batterie mit derselben Frontwie vorher nur etwa 400 Schritt näher an Beaune ausgestellt.