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die Leiden Parteien diesen gegenwärtigen Brief mit ihren„insiglen bewaren“.*)
Was also Franz I. durch seine Bündnisspolitik mitder Eidgenossenschaft hauptsächlich erreichte, war, dasser die kriegerischen Kräfte der Eidgenossenschaft inseine Dienste stellte. Während Oesterreich mit wenigGeld die Expansivkraft der Eidgenossen nur von sichabzulenken verstand, wusste Frankreich mit mehr Geldes dahin zu bringen, dass die Wehrkraft der Schweizer in seine Pacht trat. Da kam das Ereigniss, in Folgedessen die europäischen Machtverhältnisse und die innerenZustände der Staaten sich von Grund aus verändernsollten : die Reformation. Im Zusammenhänge mit diesenVeränderungen erfuhren auch die schweizerischen Bünd-nissverhältnisse eine Umgestaltung. Spanien drängte sichan die Eidgenossenschaft heran und wusste die katho-lischen Orte in sein Interesse zu ziehen und durch einenSonderbund mit sich zu vereinigen.
Das Verständnis von 1587 ward zwischen „DonPhilippus von den Gnaden Gottes König zu Hispanien,beider Sicilien, Hierusalem, Portugal !, Maiorica, Sardinien ,der Insslen Canarien, der orientalischen vnd occiden-talischen Indien, der Insulen vnd des Erdtrichs des MorsOceani, Ertzhertzog zu Osterrych, Herzog zu Burgund ,zu Braband vnd zu Meyland, Gr aff zu Habspurg, zuFlandern , Tyrol vnd Barzelona, Herr zu Biscaya vndMächeln etc.“ für ihn und seine „Statt vnd HertzogthumbMeyland“ und den eidgenössischen katholischen Orten:Luzern , Uri, Schwytz , Unterwalden, Zug und Freiburg abgeschlossen. Es beschliessen beide Parteien, in An-betracht der schweren Zeiten und der Spaltung in derChristenheit, sowie der zwischen Oesterreich und derEidgenossenschaft vordem abgeschlossenen Erbeinung,welche in allen Artikeln bestehen bleiben soll, und der
*) Berner Staatsarchiv : Eidgenössische Abschiede, Band IV,Abtheilung 1 a, pag. 1491 u. ff.