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Ludwig XIY. zu richten, und suchten dazu alle 13 Ortezu vereinen; Mouslier dagegen wusste die katholischenOrte auf seine Seite zu bringen, indem er ihnen einePensionszahlung gewährte. Dadurch fiel nun der an denKönig gerichtete Brief sehr abgeschwächt aus; als Ant-wort verhiess man ihnen, 1664, eine Untersuchung ein-zuleiten. 1665 wurden aber wieder die „MarchandisesOriginaires de Suisse“ betont. Im Jahre 1666 beschäf-tigte sich mit dieser Angelegenheit noch eine ausser-ordentliche Tagsatzung, aber schon nicht mehr mit dernämlichen Zuversicht. Auch dieses Mal gelang es Mouslier,die katholischen Orte für sich zu gewinnen. Die Zürcher Kaufleute waren nun, wie man in Frankreich voraus-gesehen hatte, mürbe geworden und versuchten es nunmit Güte; sie warben um die Gunst Mousliers. Es waraber Alles umsonst; schon im Juli 1666 ward ihre Forde-rung nicht mehr wiederholt. Zürich wird nun, als esschon zu spät war, aus Trotz antifranzösisch; die Fran zosen aber machten die Zürcher wieder mürbe, indemsie ihnen ihren Handel einfach noch mehr beschränkten;so erlitt Zürich 1668 alle möglichen Chicanen; zu dieserZeit unterwarf Frankreich auch den Käse Freiburgseinem Zoll, wegen der Haltung dieses Ortes bezüglichder Franche-Comte . Zürich beugte sich nun vor Mouslierund Mouslier erhielt in Folge dessen von Colbert einenBefehl, die vermehrten Zollbedrückungen wieder aufzu-heben; Mouslier aber hielt Colbert von der Ertheilungdieses Befehls noch zurück, bis sich die Schweizer auchin den „politischen Fragen“ unterworfen hätten. 1669korrespondirte Escher wieder mit Mouslier; derselbe ver-langte nun vorerst, dass die Schweizer auf jeden Vertragmit Oesterreich und Holland verzichten sollten. Zürich gab nun ganz nach, in Folge dessen werden ihm dieSchrauben immer noch fester angesetzt. Im Jahre 1670kam als Definitivum die Antwort aus Paris , man könnemit königlichen Verfügungen nicht „wie mit Weber-