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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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Wenn Bonaparte vor den Oestreichern in Cremona erschien,so waren sie freilich auf der geraden Straße von Mantua ab-geschnitten; aber um den Gegner von einer Festung von so be-deutendem Umfange, wie Mantua, abzuschneiden, muß man sieförmlich einschließen, also auf beiden Seiten sich gründlich fest-setzen können.

Die Oestreichs hatten auf dem weitesten Umwege überBrescia höchstens ein paar Märsche weiter, und ein paar Tagewürden für die Franzosen unmöglich hingereicht haben, um denPo, den Oglio und Mincio zu überschreiten und jene Ein-schließung zu bewirken. Auf das förmliche Abschneiden vonMantua war also eigentlich nicht zu rechnen. Außerdem hatBonaparte vermuthlich nicht geglaubt, daß er so viel Schwierig-keit finden würde, die untere Adda zu passiren, und also gedacht,bei Piacenza eben so gut auf der Straße nach Mantua zu sein,als bei Cremona.

Daß Piacenza seiner Armee um einen starken Marsch näherlag (vier Meilen), haben wir schon erwähnt. Es liegt aberauch auf dem rechten Ufer, während Cremona auf dem linkenliegt, und war also mehr geeignet, dem Uebergange Hülfsmitteldarzubieten; ferner liegt es in einem stark einwärts gehendenBogen des Flusses, der den übergesetzten Divisionen auf dieseWeise Schutz darbot, endlich konnte Cremona besetzt sein, oderdas nahe dabei liegende Pizzighettone hinderlich werden.

Alle diese Gründe motiviren, wie es uns scheint, die Wahldes französischen Feldherrn hinreichend; und den Sturm vonLodi würde man sehr mißverstehen, wenn man ihn wie eineErgänzung des hier Versäumten betrachten wollte.

Der zweite Zweifel ist, ob es nicht möglich gewesen seinsollte, über die untere Adda zu kommen und dadurch die Oest-reichs nicht allein von Mantua auf dem geraden Wege abzu-schneiden, sondern auch ihren Weg auf Brescia zu bedrohen.

Bonaparte mag sich dies früher selbst nicht als so schwieriggedacht haben. Indessen begreift man diese Schwierigkeit wohl,wenn man bedenkt, daß es bei Piacenza schon so sehr an denMitteln zum schnellen Uebergang fehlte, daß die einzige Pontonier-