103
Sprache gebracht worden ist, daß am 30. Juli 1796 in einemzu Roverbella gehaltenen Kriegsrathe er hauptsächlich es ge-wesen sei, der aus den Entschluß zum Angriff des Feindes be-standen, daß Bonaparte aber ganz muthlos anfangs nur aneinen Rückzug über den Po gedacht habe.
Bonapartes Anhänger haben diese Darstellung für falscherklärt; daß am 30. Abends in Roverbella eine Art von Kriegs-rath gewesen, läugnen sie nicht, behaupten aber, Bonaparte habedabei blos die Ansichten seiner Generale prüfen wollen.
In der That ist es wohl sehr unwahrscheinlich, daß Bona-parte, der den Kopf nicht so leicht verlor, ihn über einer Be-gebenheit verloren haben sollte, die er seit mehreren Wochen sichgestalten sah, und worauf er ganz gefaßt war. Uebrigens warein General on obel', der, wie er, eben erst das Kommando er-halten hatte, nur 27 Jahr alt und erst seit einem Jahre ausder Dunkelheit hervorgetreten war, allerdings nicht in einersolchen Stellung zu seinen Divisionsgeneralen, wie der spätereKaiser, und es ist sehr begreiflich, daß er in dem Augenblickeiner solchen Krise es für nothwendig hielt, sich mit ihnen ge-wissermaßen zu einigen. Es hatte ja an der Cursaglia etwasAehnliches stattgefunden. Wenn also auch der Entschluß Bona-partes nicht so rasch und präcis erscheint, wie man ihn sichgern denkt, so muß man sich doch nicht verleiten lassen, eineSchmälerung seines Verdienstes damit begründen zu wollen.Der Krieg ist überhaupt nicht so theatralisch, als man sich ihngewöhnlich vorstellt.
Am 30. Juli finden wir die französischen Streitkräfte auffolgende Art versammelt: Masfena bei Castelnuovo; Augereaumit einer Brigade von Serrnrier bei Roverbella; Despinois undKilmaine bei Villa Franca. Serrurier mit seinen beiden an-deren Brigaden ist mit der Aufhebung der Belagerung beschäf-tigt und steht zum Rückzug auf Borgoforte und Marcariabereit, um die Straße von Cremona zu decken. Säuret stehtden 30. bei Desenzano.
Die Oestreicher unter Quasdannowitsch rücken auf Pontebi St. Marco und Montechiaro an der Chiese vor, während ihr