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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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125
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4-1. Bonaparteö Vertheidigung.

Bonapartes Vertheidigung gehört, wie die Umstände am-9. Juli waren, unstreitig zu den schönsten Beispielen in derKriegsgeschichte.

Da er die Belagerung unmöglich decken konnte, so hat derEntschluß, den er am 30. (oder 31., was ungewiß bleibt) faßte:!ie nicht allein aufzuheben, sondern sich auch gar nicht um denganzen Belagerungstrain zu kümmern, das große Verdienst,keine halbe Maßregel zu sein, die hier sehr zu fürchten war.Der zweite Entschluß: über deu Mineio zu gehen, um diejenigeKolonne mit ganzer Macht anzugreifen, die ihm in den RückendU kommen drohte, war der einfachste und beste; an diesen Ent-schluß knüpfte sich dann die Aussicht, daß die andere östreichischeKolonne ihm über den Mincio folgen und also dadurch Ge-legenheit geben würde, sie mit eben derselben Macht zu schlagen,die kurz vorher die erste geschlagen hatte. Es ist unmöglich,etwas Besseres zu erdenken, denn von der einen Seite führte es?U einer Entscheidung, welche im günstigen Fall die Franzosenun Besitz der Lombardei sicherte, von der andern Seite war eschgar nicht einmal mit einer besonderen Gefahr und großerKühnheit verbunden, sondern war so vorsichtig, wie überhaupt^ das Aufsuchen eines Sieges nur sein konnte.

Wenn sich diese Kombinationen in der Ausführung nicht so^>n und nett zeigen, wie der theoretische Verstand das Bedürf-niß hätte, sie zu sehen, so darf man, wie gesagt, daraus keinen^rund hernehmen, das Verdienst Bonapartes für geringer zuKulten; denn wenn auch sein Entschluß wirklich früher hätte^ststehen und besser vorbereitet sein können, so muß man sichiugen, daß er selbst die ganze Schule des großen Krieges noch^cht durchgemacht und für alle Hauptfälle sich einen Grundsatzschaffen hatte, sondern daß er von den Eingebungen seines^nlentcs wie von Hand in Mund lebte. Am wenigsten aber^ die Kritik berechtigt, die Sache so genau zu nehmen in einem^'Nlle, von dem die Nachrichten so höchst dürftig sind.

Dagegen kann man vielleicht nicht mit Unrecht sagen, daß