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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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DaS Direktorium war mit diesem Verfahren Bonapartesvielleicht nicht ganz einverstanden, aber es hatte nicht denMuth, diesen Feldherrn und zugleich den ihm hierin zur Seitestehenden exaltirten Demokraten zu widersprechen. Mailandhingegen mußte sich vor der Hand mit seiner provisorischen Re-gierung begnügen, obgleich Bonaparte schon jetzt gern einelombardische Republik daraus gemacht hätte.

Alle diese Provinzen errichteten außer ihrer NationalgardeLegionen, deren summarische Stärke etwa auf 10,000 Mann znberechnen war.

Mit Venedig blieb das Verhältniß im Ganzen, wie es war,obgleich Bonaparte sich des Schlosses von Bergamo bemächtigteund dadurch einen Grund zur Unzufriedenheit gab. Beide Theilehaßten sich, ließen aber die Feindschaft noch nicht zum Aus-bruch kommen.

Mit dem Papst schien die Sache ihrer Entscheidung nahe.Der heilige Vater fuhr fort sich zu rüsten und ließ die mitfünfzehn Millionen Franken Kontribution beladenen Wagennach Rom zurückkehren. Bonaparte sammelte 3000 Mannfranzösische und 4000 Mann italiänische Truppen, mit denen erRom bedrohen und nöthigenfalls einnehmen wollte, wenn er denFrieden nicht ohnedies erhalten könnte.

Während Bonaparte auf diese Weise in Bologna mit denAngelegenheiten der italiänischen Staaten beschäftigt ist, sendetdas Direktorium den General Clarke nach Italien zu demZwecke, von da nach Wien zu gehen, um dem Kaiser einenWaffenstillstand anzutragen und daran die vorläufigen Verhand-lungen wegen eines Friedenskongresses anzuknüpfen. Der WienerHof aber verweigert diesem Abgeordneten um so mehr die Pässe,als die englische Regierung gleichzeitig den Lord Malmesburynach Paris geschickt hat, um Friedensunterhandlungen anzu-knüpfen, und der östreichische Hof behauptet seine Vorschlägemit den englischen durch diesen Gesandten abgeben zu können.Indessen schickt der Kaiser seinen Generaladjutanten, -den BaronVincent, nach Vicenza, um dort mit dem General Clarke wegeneines Waffenstillstandes zu unterhandeln.