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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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66. Betrachtungen.

Ueber die Schlacht von Rivoli, die gewiß sowohl wegenihrer Eigenthümlichkeit, als wegen ihres Erfolgs zu den merk-würdigsten der Kriegsgeschichte gehört, haben wir folgende Be-merkungen zu machen.

1. Die Stellung von Rivoli gehört zu den seltenen Ge-birgsstellungen, wo der Vertheidiger auf der einen Seite den Vor-theil starker, zum Theil unüberwindlicherTerrainhindernisse genießt,auf der andern den Gebrauch aller Waffen und einer ganz ver-einigten Streitkrast. Sie gleicht in ihren Wirkungen einer Stel-lung auf einem flachen Gebirgsplateau, an dessen steilen Rändernder Feind mit Mühe hinaufsteigt, während wir uns oben mitallen Waffen bewegen können, was ziemlich die stärkste aller Formensein wird, die man sich ausdenken kann. Zwar sind der MonteBaldo und Monte Magnone, welche die Stellung von Rivoliumgeben und die Zugangshinderniffe zu derselben bilden, vielhöher als diese Stellung selbst und bilden nicht ihre eigentlichenAbhänge, aber das thut nicht viel, denn sie sind zu entfernt,um zu dominireu, und sind so unzugänglich, daß sie dem An-greifenden nur erlauben, mit Infanterie vorzudringen; wenig-stens verhielt sich dies im Monat Januar so; welch ein entschei-dender Vortheil aber ist es, wenn der Feind nur mit dieser einenWaffe ins Gefecht kommen kann und der im Vernichtungsprinzipoffenbar stärksten, der Artillerie, entbehrt! Der ganze Rücken dieserStellung längs der Etsch ist unangreifbar, weil der einzige Paß,die Osteria, leicht gehalten werden kann. Unter diesen Umständenist es weniger wichtig, daß die Höhenkränze, welche die eigentlicheStellung bilden, nicht gerade von einer sehr großen Stärke sindund kein sehr großes Hinderniß des Anfalls bilden. — Und nundie strategische Stärke dieser Stellung! Das Thal der Etsch istvom Gardasee bis Bassano, auf einer Strecke von zwölf Meilen,der einzige Weg durch das Vorgebirge der Alpen, den man mitArtillerie und beträchtlichen Kolonnen nehmen kann; die Stellungliegt an diesem Thal, aber sehr hoch; nichts desto weniger ver-schließt sie es, denn der Weg auf dem rechten Etschufer klimmtbei der Osteria an ihr hinan; der des linken wird zuerst durch