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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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die Folgen gehörig überlegt hatte, und ob hier nicht eine Spurjugendlichen Leichtsinns vorkommt. Die ganze Welt hat ihn wegenseines Verfahrens hoch belobt, aber niemand hat bedacht, daßeben wegen dieses Verfahrens die Einnahme Mantuas um fünfMonate verzögert, und die Theilnahme an dem Vordringen derArmee in Deutschland versäumt worden ist; denkt man andiesen Unterschied, so wird man bei aller Vorliebe, die man fürglänzende Siege haben mag, doch mit Gewalt auf die Fragezurückgeführt, ob das, was Turenne und Eugen gethan habenwürden, nicht besser gewesen wäre.

Wir sehen in jedem Fall, daß es dieser Zeitverlust,dieses Aufgeben der Belagerung ist, womit Bonapartedie Möglichkeit erkaufte, eine solche Reihe glänzender Siege zuerfechten, daß es also, genau besehen, nicht ein Drang un-erhörter Umstände war, gegen den er mit seinem glänzendenTalent ankämpfte, sondern nur die Wahl zwischen zwei Wegen,von welchen er wenigstens nicht den kürzesten getroffen hat, unddaß, wenn ihm die Reihe schöner Siege hoch angerechnet werdenmuß, wir doch zur Würdigung ihres strategischen Werthes nichtvergessen dürfen, das Opfer in Betracht zu ziehen, durch welchessie möglich wurden.

Endlich haben wir noch eine uns sehr wichtige Bemerkungüber die Oestreichs zu machen. Sie haben vier aufeinander-folgende Versuche zur Befreiung Mantuas gemacht:

den ersten Anfangs August; er dauert bis Mitte August;

den zweiten Anfangs September; er dauert bis MitteSeptember;

den dritten Anfangs November; er dauert bis Mitte No-vember;

den vierten Mitte Januar.

Die Stärke ihrer Armee war bis auf eine Kleinigkeit un-gefähr immer dieselbe: etwa 45,000 Mann.

In den drei ersten Versuchen haben sie zusammengenommenetwa 20,000 Mann eingebüßt. Wurmser hat sich mit 16,000Mann nach Mantua hineingeworfen, es sind also 36,000 Mann,welche nach und nach bis zum vierten Versuch haben ergänzt