265
Er entschloß sich augenblicklich, durch das Pusterthal zu ihm zumarschiren, also seinen Rückzug nach derjenigen Gegend zunehmen, wo wenigstens nichts von den stehenden Truppen desFeindes war, und zugleich durch seine Vereinigung mit derHauptarmee in der kritischen Lage, in welcher sich dieselbe be-finden mußte, ihr von entschiedenem Nutzen zu werden. Den4. räumte Delmas Botzen. Den 5. marschirte das ganze Korpsvereinigt von Briren nach Brunecken ab, indem es die oberhalbBrixen liegenden Brücken zerstörte. Diese letzte Maßregel unddas zweckmäßige Verhalten seiner Arrwregarde gegen Londonverschaffte ihm Zeit, beiden Generalen zu entkommen. Er setztenun unaufhaltsam seinen Marsch über den Paß von Toblach,über Lienz nach Villach fort und hatte auf diesem vierund-zwanzig Meilen langen Wege nur einmal, nämlich bei Spitalfünf Beeilen von Villach, sich mit dem Landsturm zu schlagen,wobei er noch einige Gefangene machte. Er kam, wie es scheint,den 8. unmittelbar nach Unterzeichnung des Waffenstillstandesvon Leoben in Villach an.
Wie viel Joubert auf diesem Wege verloren, ist nicht ge-sagt. Bonaparte sagt in seinen Memoiren, daß er mit 12,000Mann zu ihm gestoßen, woraus also ein Verlust von 6—8000Mann hervorgehen würde, im Fall er wirklich, wie Bonapartebehauptet, 1200 Mann absichtlich an der Etsch gelassen hatte.Vermuthlich waren diese 1200 Mann ein abgeschnittenes De-tachement.
73. Schluß des Fcldziijis.
Bonaparte erhielt, als er den 60. in St. Veit ankam, vondem Direktorium die Benachrichtigung, daß die Rheinarmeennoch nicht zur Eröffnung des Feldzugs bereit seien, und daß ernicht auf ihre Mitwirkung rechnen dürfe. Vom General Jouberthatte er noch keine Nachricht, dagegen wußte er von dem all-gemeinen Aufstand der Tiroler; Aehnliches stand in Ungarn undKroatien zu erwarten, und daß er es auch von den EinwohnernKärnthens und Krains befürchtete, zeigt seine beruhigende undermahnende Proklamation. Venedigs zweifelhafte Stellung undRüstung wurde immer drohender. Bedenkt man bei diesen