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verlorene politische Gleichgewicht doch voraussehen ließ, daß esin dem Konflikt mit dieser Macht früher oder später zum Aeußerstenkommen müßte. Aber welche Politik geht gleich an die äußersteGrenze der Betrachtung, und es ist doch ein großer Unterschied,ob eine Regierung unterläßt sich bis zum Allerumfassendsten zuerheben, oder ob sie einen blinden Mißgriff, eine Thorheitübereilter Schwäche begeht.
Uebrigens wollen wir nicht vergessen, daß das strategischeRaisonnement, wie wir es jetzt führen können und müssen, damalsin der That noch nicht so natürlich war. Die wachsende Krafteines bis an seine äußersten Grenzen geführten Widerstandesgroßer Staaten, die Schwierigkeit, sich in dem Besitz weiter Flä-chenräume, die man eingenommen hat, zu behaupten, war damalsnoch nicht durch Beispiele so anschaulich geworden, wie sie esuns dadurch geworden ist, daß die ungeheure Kraft Bonapartesihn mehr als einmal an die Grenzen geführt hat, wo nicht so-wohl der Gegner, als die Natur der Dinge ihn überwältigte.
Schlußbeinerkuiig.
Unsere Betrachtung über den Feldzug von 179? und überdas Auslaufen seiner Linien in dem eigentlichen Schlußpunktdes Ganzen führt uns darauf, bemerklich zu machen, wie ver-schieden das Urtheil über ein gegebenes strategisches Verhältnißausfällt, je nachdem man den Standpunkt oder den Augenpunktverändert.
Bonapartes Lage, als er die julischen Alpen überstieg, er-scheint als höchst gefährlich, wenn man glauben muß, daß dieOestreichs jenseits der steiermärkischen Alpen überlegene Massenzu seiner Ueberwältigung sammeln; erweitert sich aber der Hori-zont, weiß man, daß diese Massen nicht vorhanden sind, so ver-schwindet diese Gefahr, und nun ist die östreichische Armee miteiner Niederlage unter den Mauern Wiens bedroht, wenn sienoch eine Schlacht zur Rettung der Hauptstadt wagen will. Diefranzösisch-italiänische Armee erscheint also wie eine heranziehendeGewitterwolke. Erweitert man den Blick abermals, indem mandie Entscheidung nicht zur Rettung der Hauptstadt giebt, sondern