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Das Ende des Kaisers Paul.
derentwillen man sich, wie er meinte, erlaubte ihm zu widersprechen —nicht mit Geduld ertragen; er wurde maßlos in seinen Aeußerungen;Knorring sah in solcher Heftigkeit keinen Grund seine Ueberzeugungzu verleugnen; das Gespräch wurde so laut und leidenschaftlich, daßdie Dienerschaft erschreckt aus den Vorzimmern entfloh, um nicht un-freiwillig Zeuge von — sie wußte nicht was — zu werden. Erst dieGroßfürstin wußte der seltsamen Scene ein Ende zu machen. Vonirgend jemand benachrichtigt, eilte sie im Peignoir von ihrem Putz-tisch herbei, und rief schon von der Schwelle in deutscher Sprache indas Zimmer hinein: „Um Gotteswillen, was geht hier vor? Dasganze Haus glaubt die Herren liegen sich in den Haaren!" — Nochgenügte die Gegenwart einer Dame auch den Großfürsten Paul zurMäßigung zurück zu führen. Der Friede wurde in solcher Weise her-gestellt, daß Knorring — früher geladen — der Gast des großfürst-lichen Hofs auch blieb.
Als König Gustav III. von Schweden im Jahre 1788 Rußlandund dessen Kaiserin durch einer raschen Angriff in Finnland über-raschte, erhielt der Großfürst die früher verweigerte Erlaubniß sichdem russischen Heere anzuschließen. In welcher Weise er da vonKnorring, dem eigentlichen Leiter dieses Heeres, mit dem Wesentlichender Kriegführung bekannt gemacht zu werden hoffte — was er er-lebte — und wie zuletzt eine Uebereilung Knorring's ihm verrieth,daß er den ganzen Feldzug über mit leeren Wahngebilden getäuschtund hingehalten worden sei — das haben wir in dem oben erwähn-ten Aussatz gesehen. Der Großfürst grollte diesmal dem GeneralKnorring — mit Unrecht — längere Zeit, bis es dann endlich seinerGemahlin gelang das Zerwürsniß auch diesmal wieder auszugleichenund das alte Verhältniß herzustellen. —
Die Besorgniß, die den Großfürsten Paul peinigte, daß seineMutter ihn in der Thronfolge ganz übergehen, und ihren Enkel,seinen Sohn Alexander, zu ihrem unmittelbaren Nachfolger ernennenwolle, war nicht ganz ohne Grund — und wie ein Gefpenft verfolgteund ängstigte den Großfürsten ein Gedanke, der sich natürlich genugdieser Besorgniß anschloß. Er fürchtete, man wolle ihn, um die be-absichtigte Thronfolge ganz sicher zu stellen, aus dem Wege räumen;seine Mutter wolle ihn vergiften lassen! — Die Angst trieb ihn zuabenteuerlichen Rettungsplänen; er verfiel auf den Gedanken, der ihn