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Das Ende des Kaisers Paul.
irgend eine Rangordnung, irgend ein Ceremonie! beobachtet wor-den wäre.
Wenige Tage später wurde Paul mit allem Pomp bestattet, denein Kaiserhos entfalten kann, und bald bewegte sich Hos- und Gesell-schastsleben wieder in den gewohnten Geleisen.
Pahlen und Snbow mußte der junge Kaiser Anfangs in seinernächsten Nähe dulden — dagegen wurde die Familie Kurakin augen-blicklich aus der Hauptstadt verwiesen, ohne daß man sich darüberausgesprochen hätte, wessen sie eigentlich angeklagt war. — Auch dieuntergeordneten Verschwörer, die Handlanger, die man erhitzt und be-rauscht in Paul's Schlafgemach gesendet hatte, wurden aus Peters-burg verbannt.
Alles ging indessen hoffnungsvoll einer besseren Zeit entgegen,nur die Kaiserin-Mutter, wie Maria Feodorowna jetzt genannt wurde,wußte ihren Unmuth über die Wendung, welche die Dinge genom-men hatten, weder zu beherrschen noch zu verbergen. Aus der kürz-lich erschienenen Biographie des Grafen Siewers ersehen wir, wiescharf und schneidend sie diesem Staatsmann schrieb, da er das Endedes Kaisers Paul und die Regierungsveränderung nicht so beklagte,wie sie verlangte. Aehnliche Aeußerungen ließen sich viele anführen.Die nächsten Wochen nach Alerander's Thronbesteigung brachtenmancherlei Veranlassung, denn gar mancher Staatsmann und Krie-ger, der ihr aus früherer Zeit bekannt war und seit einigen Jahrenentfernt in der Provinz lebte, erschien jetzt wieder am Hof, dem neuenKaiser seine Verehrung zu bezeugen. Unter ihnen waren auch diebeiden Generale Gotthart v. Knorring und Benckendorff. Der Letz-tere, ein liebenswürdiger Weltmann, war mit einer Jugendfreundinder Kaiserin Maria, einer Württembergerin, Frl. v. Schilling-Cann-stadt vermählt, und hatte zu dem vertrauten Kreise in Gatschina ge-hört. Die beiden Generale, die nach längerer Trennung bei Hofezusammen trafen, hatten einander mancherlei mitzutheilen — sie zogensich in einen Nebensaal zurück und setzten sich dort in eine Fenster-vertiefung. Unerwartet stand die Kaiserin Mutter neben ihnen; beidewollten sich erheben, die Kaiserin hielt sie auf ihren Sitzen zurück,indem sie mit den Händen ihre Schultern berührte, und flüsterte indeutscher Sprache: „Ach! wenn Sie beide hier gewesen wären, dannwäre das Unglück nicht geschehen!" — Benckendorff schwieg betroffen;