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Die Befrei imgsknege 1812—14.
meisten historischen Werken der Franzosen gemein; sie gehen mit einergewissen Unvermeidlichkeit aus dem Wesen der überwiegend rhetorischenBildung hervor, welche in Frankreich herrschend ist. Es ist da demPublikum wie dem Schriftsteller selbst Bedürfniß geworden, daß Allesund Jedes, jede Erzählung ohne Ausnahme, sich mit akademischerEleganz und Würde in wohl cadencirten Phrasen bewege. Wer nichteinen ernsten, prüfenden Blick in die byzantinischen Schriftsteller ge-worfen — wer nicht die neueren wie die älteren französischen Ge-schichtschreiber mit ihren Quellen verglichen hat, der kann es nichtwissen, nicht denken, wie weit diese leidige Stylmacherei von der ech-ten, wahren Wahrheit ableitet, selbst da, wo die Unwahrheit nichtbeabsichtigt ist. Der Charakter der Thatsachen wird ganz von selbstgefälscht oder übertrieben durch das bloße Streben, die Phrase wohl-klingend abzurunden, oder sie zu einer geistreichen Antithese zuzu-spitzen. Und manches Bedeutsame muß dann auch ganz wegbleiben,bloß weil es widerstrebender Natur ist und sich in diese elegantenFormen nicht hinein zwingen läßt. Man sehe nur, wie Thiers dasWichtigste behandelt, was er überhaupt mitzutheilen hat: die Wahr-heit über das berühmte Gespräch Napoleons mit dem Fürsten Metter-nich am 28. Juni 1813 zu Dresden. Metternich hatte den Gangdieses Gesprächs, die Aeußerungen des französischen Imperators gleichnach der merkwürdigen Scene niedergeschrieben, und seine Aufzeich-nungen Thiers mitgetheilt; aber dieser wagt nicht das Ganze mitzu-theilen, er geht mit Wahl zu Werke; den unbezähmbaren despotischenGeist Napoleon's, seine rücksichtslose Selbstsucht, die triviale Rohheitdes Ausdrucks bei Conceptionen, die vom Großen und Großartigenin das Ungeheuere und Maaßlose schweifen: das Alles wagt er nichtunsrisirt und unlackirt zu zeigen. Er gesteht, daß er die „kamiliaritv8ol(lat68gue^ der Worte des Imperators nicht wiedergibt, und derüberstürzende Zorn des französischen Heeressürsten, der sich in abge-brochenen, unzusammenhängenden Sätzen, in sehr trivialen Redeweisen,in Ausdrücken der Rohheit auszusprechen pflegte, bewegt sich hier ineiner eleganten Rhetorik, wie sie Racine ganz gut brauchen könnte.
Aehuliche Gegensätze wie in den geschichtlichen Werken begegnenauch aus dem Gebiet der Memoiren-Literatur.
Hier haben wir zunächst die Denkwürdigkeiten Miots zu nennen,die von dem größten Werth sind, obgleich der Verfasser unter der