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Erster Band.
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177
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Die Befreiungskriege 1812—14.

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Republik und Napoleon I. nicht eben eine hervorragende Rolle ge-spielt hat — oder vielmehr gerade deswegen! — Er ist nie zu jenenStellungen von bedenklicher Höhe gelangt, in denen, zu Zeiten wiedie seinigen waren, nur eine seltene Größe oder Schlichtheit des Cha-rakters vor Thaten schützt, deren Zweideutigkeit man sich selbst imStillen wohl gestehen muß. Er hat in seinem öffentlichen Lebennichts zu verbergen, und sucht als redlicher Mann nicht zu beschöni-gen, was er selber darin tadelnswerth findet. Obgleich nicht zu denhöchsten Stellen gelangt, hat er doch aber häufig dem Mittelpunktder Dinge nahe gestanden, viel und gut beobachtet, was er mit über-zeugender Wahrhaftigkeit mitzutheilen weiß. So verdanken wir ihmmanchen belehrenden Zug, und erfahren namentlich wie früh, wie weither und mit wie vieler Berechnung Napoleon seine Herrscherpläneeingeleitet hatte.

Eine weit andere Persönlichkeit tritt uns in dem MarschalleMarmont entgegen, und wie durch Miot zum Vertrauen, so fühlenwir uns ihm gegenüber sogleich zur Vorsicht, zu einer sorgfältigenPrüfung seiner Mittheilungen aufgefordert. Marmont hat in seinemlangen und glänzenden Lebenslauf viel zu verbergen, noch mehr zubeschönigen, und eben der Inhalt seines Lebens gestattet nicht, anden Charakter zu glauben, der dazu gehörte, dennoch die Wahrheitunumwunden zu erzählen. Schon über seine Feldzüge dürfen wirnicht zuverlässige Mittheilungen erwarten, denn er ist als Feldherrnicht glücklich gewesen; er hat schon da manches drückende Geständ-niß zu umgehen. Auch finden wir die wenigen Erfolge, deren ersich rühmen durfte, in seinen Berichten gar sehr übertrieben und ge-steigert zu höchst glänzenden Ereignissen, das Mißgeschick überall ge-mildert, und die Lage, in der er sich befunden hat, gar oft als einesehr bedeutende und ungemein schwierige geschildert, wo sie in Wahr-heit weder das Eine noch das Andere war. Noch weniger kann Mar-mont über die Natur seiner Beziehungen zu Napoleon, besonders infrüherer Zeit, die wirkliche Wahrheit sagen; der Schluß des Feldzugs1814, wo er zuerst von allen Marschällen den gefallenen Kaiser ver-ließ und geheime Unterhandlungen mit dem Feinde anknüpfte, machtdas unmöglich.

Vielleicht war es überhaupt schwierig, über jene früheren Ver-hältnisse mit Unbefangenheit zu sprechen, denn es gab da allerdings

v. Bernhardi, verm. Schriften. I. 12