Die Befreiungskriege 1812—14.
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sah er seine natürlichen Freunde; ihre Grundsätze waren ihm sym-pathisch, soweit sie einen unbedingten Despotismus begünstigten; nursollten sie in ihm, nicht in den Prinzen einer anderen Dynastie, ihrOberhaupt verehren.
So geht Ein Grundzug folgerichtig durch sein ganzes Leben, undes ist keine andere Wandelung in ihm vorgegangen, als eine gewisseSteigerung der vorherrschenden Eigenschaften seines Charakters, wiesie die Reife des weiter vorgerückten Mannesalters und die Gewohn-heit, eine despotische Macht zu üben, naturgemäß mit sich brachten.Manches freilich wurde Carricatur. So hatte er schon in seiner Ju-gend selbst den leisesten Widerspruch nur dann ertragen können, wenner mußte, und selbst dann nur mit der äußersten Ungeduld; alsKaiser mußte er nie, und da ertrug er ihn zuletzt auch in Beziehungauf die Vorstellung nicht mehr, die er sich von der Lage der Dingegemacht hatte.
In einer Beziehung besonders macht sich diese Steigerung ineigenthümlicher Weise geltend —: in der Spieler-Leidenschaftlichkeit,mit der er zuletzt den Krieg führte. Es läßt sich nachweisen, daßviele tüchtige Krieger zugleich leidenschaftliche Spieler waren, unddas ist auch wohl zu erklären; die Freude an dem Wagniß kann zudem Einen wie zu dem Anderen machen. Bei Napoleon hatte offen-bar die Spieler-Leidenschaft sich im Kriege selbst und ausschließlichconcentrirt. Sie gestattete ihm nicht, sich, als das Spiel unglücklichging, besonnen mit einem mäßigen Verlust herauszuziehen; es triebihn vielmehr wie den verblendeten Spieler, selbst gegen Vernunftund Berechnung Alles, bis auf seinen letzten Einsatz zu wagen, umseinen ganzen Verlust zurück und darüber hinaus einen neuen Ge-winn zu erlangen. Weniger konnte ihm nicht genügen. So forderteer selbst seinen gänzlichen Untergang heraus, den seine Gegner theilsnicht den Muth hatten zu wollen, theils, wie die österreichische Re-gierung, aus überfein intrignirender Klugheit nicht wollten.
Welchen Gewinn dann die neueren Quellenwerke und Forschun-gen in Beziehung auf eine erweiterte und berichtigte Einsicht in denGang der Ereignisse überhaupt gebracht haben, davon werden wiruns wohl am leichtesten Rechenschaft geben, wenn wir das Bild dereinzelnen Feldzüge dieser Periode nach der bisher geltenden Erzäh-