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Erster Band.
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Die Befreiungskriege 1812 14.

die Länder, die er als „32. Militairdivision" in Besitz genommenhatte, d. h. über die Hansestädte und nördlichen Küstenstriche Deutsch-lands, sollte Napoleon aufgeben; das Königreich Westphalen unterdem Scepter seines Bruders, und das Großherzogthum Berg, dessenFürst damals der unmündige Prinz Napoleon Louis war, solltenmitten in Deutschland fortbestehen. Die Auflösung des Rheinbundeswurde zwar wünschenswerth geachtet, aber nicht bestimmt gefordert— und was hätte sie auch bedeuten sollen unter solchen Bedingun-gen? — Der Rhein sollte Frankreichs unnatürliche Grenze bleiben,als verstehe sich das von selbst.

Mehr zu verlangen, weigerte sich Oesterreich; den deutschen Vater-landsfreunden blieb keine andere Hoffnung als die, daß Napoleonverblendet genug sein werde, selbst diese geringen, ja nichtigen Opfernicht zu bringen.

Der Vertrag von Reichenbach war längst bekannt, und dennochhaben buonapartistische Schriftsteller den Versuch gemacht, die Weltüber die dort getroffenen Verabredungen zu täuschen, denn Frankreichsollte nicht wissen, daß Napoleon in seinem unbeugsamen Strebennach Weltherrschaft wirklich sogar einen solchen Frieden gebieterischvon sich gewiesen hat.

Metternich kam nach Dresden, um persönlich mit Napoleon zuunterhandeln, und hatte ein langes Gespräch mit diesem, das selt-samer Weise sehr berühmt geworden ist, ohne daß man seinen In-halt gekannt hätte. Diesen Umstand benützte Napoleon's Cabinets-sekretär Fain, um der Welt einen phantastischen Bericht von dieserUnterredung vorzulegen; eine Erzählung, in der Alles erfunden ist,selbst die Oertlichkeit, in welcher die Scene vorgefallen sein soll, unddie Fain so wählt, daß man glauben kann, er habe das Gesprächangehört. Da soll der österreichische Minister nicht weniger verlangthaben als Oberitalien, Holland, Belgien — die Auflösung des Rhein-bundes — Antwerpen, Mainz, Mantua und Alessandria; er wollteNapoleon's Angehörige von ihren Thronen in Westphalen, Berg undSpanien vertrieben wissen; es war aus eine Zertrümmerung des na-poleonischen Kaiserreiches abgesehen, und natürlich mußte Napoleonso maßlose Forderungen mit Entrüstung zurückweisen.

Ein Jeder, dem der Sinn für Kritik nicht ganz versagt ist,brauchte nur diese Erzählung mit dem Traktat von Reichenbach zn