Band 
Erster Band.
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Die Befreiungskriege 1812—14.

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Abenteuerlichkeit bis zum vollkommen Fabelhaften überbietet. Erwollte Sachsen und seine Verbindungen mit Frankreich ausgeben, so,versichert man, war dieses geniale Ungeheuer von Plan beschaffen, —er wollte über die Elbe gehen, seine Festungen an der Oder undWeichsel befreien, Preußen und Polen gleichsam zu seiner und seinesHeeres militairischen Heimath machen, thun, als ob er da zu Hausewäre, und den Krieg von dort aus fortsetzen, die Stirn gegen Frank-reich und den Rhein gewendet. Die Heere der Verbündeten mochtendann zusehen, wie sie, nach Sachsen, auf fremden Boden versetzt, denKrieg von dort aus gegen den neuen Besitzer ihrer Heimathländerfortsetzen konnten. — Woran dieser großartige Plan scheiterte, darüberist die St. Helena-Literatur nicht ganz einig; die Einen sagen, dieNachricht von Bayerns „Verrath" habe Napoleon zur Umkehr ge-zwungen, — aber es ist erwiesen, daß er von Bayerns Uebertrittzu den Verbündeten erst fünf Tage später während der Schlachtbei Leipzig unterrichtet wurde —: die Anderen erzählen, die fran-zösischen Marschälle hätten ihrem Heeresfürsten, wie einst die Gene-rale des großen Macedoniers am Indus, nicht über die Elbe folgenwollen —: aber es ergibt sich, daß diese Marschälle weder gefragt,noch überhaupt zu einem Kriegsrath versammelt worden sind. Unddennoch sind so schwach zusammengefügte Fabeln selbst von deutschenSchriftstellern nachgeschrieben, und mitunter zum Gegenstand gar selt-samer Declamationen gemacht worden!

Napoleon's Befehle und Briefe beweisen, daß sein Streben zuder Zeit ganz einfach dahin ging, den Kronprinzen von Schweden undsein Heer wieder über die Elbe zurück zu manövriren, und dann,wenn das gelungen war, die Hauptarmee der Verbündeten in denEbenen von Leipzig, gesondert von den andern und allein zu treffenund zu bekämpfen. Er täuschte sich, glaubte seinen Zweck erreicht,und eilte in diesem Wahn nach Leipzig, wo ihn die Entscheidungerreichte.

Auch über die Völkerschlacht bei Leipzig haben die Franzosen Un-wahrheiten verbreitet, die sich bis auf die neueste Zeit herab in einergewissen Geltung erhalten haben, und die ein Mann wie Thiers,auch jetzt noch bemüht ist, für Thatsachen auszugeben. Auch er er-zählt als eine ausgemachte Sache, daß die Franzosen hier vom erstenAugenblicke an eine ganz unverhältnißmäßige Uebermacht zu bekämpfen