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Erster Band.
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Die Befreiungskriege 1812—14.

hatten, und am ersten Tage (16. Oktober) gegen eine solche den Siegbei Wachau erkämpften.

Die Wahrheit ist, daß den Verbündeten am 16. Oktober über-haupt keine irgend bedeutende Überlegenheit zu Gebote stand; daswar das Werk des Kronprinzen Bernadotte, der sich an diesem Tagenoch sern von der entscheidenden Wahlstatt zu halten wußte. Außer-dem fehlten den Verbündeten an diesem Tage noch Bennigsen undein bedeutender Theil der Hanptarmee (Colloredo und Bubna).

Dieser letzteren insbesondere aber war Napoleon's Heer, das siein der Schlacht bei Wachau zu bekämpfen hatte, an Zahl vollkommengewachsen, wahrscheinlich sogar um eine unbedeutende Kleinigkeit über-legen. Da nun vollends der Fürst Schwarzenberg — oder vielmehrLangenau in dessen Namen — die Streitkräste, über die er verfügenkonnte, in gar seltsamer Weise verwendete, und einen großen Theilderselben in die unwegsame, sumpfige Landspitze zwischen Elster undPleisse hinein disponirte, wo sie sich nicht zu rühren, am Gefecht kei-nen Antheil zu nehmen vermochten, konnte Napoleon auf dem eigentlichentscheidenden Schlachtfelde bei Wachau mit einer großen Uebermachtauftreten; mit 109,000 Mann gegen 84,000.

Dieser Uebermacht verdankte er den Sieg, und dennoch war,selbst abgesehen davon, daß Marmont zu gleicher Zeit bei Möckernvon Nork geschlagen wurde, — trotz dieses Sieges, das Schicksal desFeldzuges an diesem Tage schon gegen Napoleon entschieden; denn derSieg war ein zu unbedeutender um eine ihm günstige Wendung derallgemeinen Verhältnisse herbei zu führen, und es fehlten ihm dieMittel, den Erfolg weiter zu treiben und zu steigern. Er hattenichts mehr aufzubieten; die Verbündeten aber wurden am Tagenach der Schlacht durch Colloredo, Bubna und Bennigsen, selbst durchden noch immer widerstrebenden Bernadotte, — durch mehr als100,000 Mann verstärkt, und so sah sich denn Napoleon einige Stun-den nach seinem Siege in hoffnungsloser Lager einer erdrückendenUebermacht gegenüber.

Auch mußte er sich das nun endlich selbst gestehen, nachdem erzu seinem Verderben kostbare Stunden über unentschlossen in diesergefährdeten Lage gesäumt hatte. Da sendete er den gefangenenösterreichischen General Meerveldt mit Vorschlägen zu Unterhandlun-gen an die verbündeten Monarchen, um wo möglich einen Waffen-