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Die Befreiungskriege 1812—14.
erklärte ihn deßhalb für den schönsten in der ganzen Kriegerlanfbahndes großen Feldherrn.
Gibt man sich aber ernsthaft Rechenschaft von den Erscheinun-gen, so sieht man, daß der eigentliche Grund der verspäteten Ent-scheidung weder in der — allerdings achtungswerthen — Tapferkeitder unzureichenden und schlecht ausgerüsteten Streitkräfte Frankreichs,noch in dem Zauber der inneren Operationslinien zu suchen ist, son-dern in dem Zwiespalt, der im Rath der Verbündeten sehr fühlbarhervortrat. Die Unklarheit, die in dem Hauptquartier des FürstenSchwarzenberg herrschte, trug dann auch als untergeordnete Ursachedas ihrige bei, den Kampf in die Länge zu ziehen.
An sich konnten die Verbündeten zu jeder Zeit, in jeder Periodedes Feldzngs dem Widerstand des Feindes und dem Kriege ein fastaugenblickliches Ende machen; die Gunst der Verhältnisse war einesolche, daß es dazu nur des einstimmigen, wirklichen Willens bedurfte,und eines kurzen Kampfes, dessen Erfolg nicht zweifelhaft sein konnte.
Das sahen Männer wie Stein, Blücher und Gneisenau mit voll-kommener Klarheit. Blücher und Gneisenau wollten, in den erstenTagen des November an den Rhein gelangt, die Heere der Verbün-deten ohne Aufenthalt über den Strom führen, und auf dem kürzestenWeg nach Paris; französische Marschälle gestanden später, daß siedamals die Hauptstadt des französischen Reichs fast ohne Kamps er-reicht und genommen hätten. Aber kaum war der Kampf in Deutsch-land beendet, der Sturz Napoleon's möglich geworden, so schritt dieösterreichische Regierung ein, um den französischen Imperator zu ret-ten und dessen Sohn, dem Enkel des Kaisers Franz, die Krone Frank-reichs zu erhalten. Der Fürst Metternich fürchtete Rußlands wach-sende Macht und die Plane des Kaisers Alexander in Polen; erhätte gar gerne in einem gezähmten Napoleon, der geneigt wäre, sei-nen Einfluß in Europa mit Oesterreich zu theilen, einen Verbündetengegen Rußland und Preußen gehabt.
Selbst unter den Preußen gab es bedeutende Männer, wie Har-denberg und Knefebeck, die den Gedanken, Napoleon zu stürzen, füreine Chimäre hielten; und die Russen, des Krieges müde, sehntensich, ihren Kaiser allein ausgenommen, nach Frieden; gleichviel, wieer sonst beschaffen sein mochte, wenn nur Rußland das eroberte Polenbehielt.