228 Der Feldzug 18l2 in Rußland nach einmal.
ihm mehr am Herzen lagen, als der Kriegsruhm des Herzogs Eugenvon Württemberg, seine Popularität in der Armee oder die Her-stellung eines ungetrübten innigen Verhältnisses zwischen ihm undanderen Generalen.
War es etwa auch der 1819 bereits verstorbene Barclay, derbewirkte, daß sechzehn Jahre nach seinem Tode, 1835, bei der Ein-weihung des Denkmals aus dem Schlachtfelde bei Kulm der Namedes Herzogs Eugen nicht genannt wurde? — oder daß, noch einpaar Jahre später, als der Kaiser Nicolaus auf den Feldern vonBorodinü eine große, feierliche Heerschau hielt, der geschmeidige Ge-neral Danilewsky nicht gerathen fand, in der Beschreibung derSchlacht, die er unter die Anwesenden vertheilte, des Herzogs auchnur zu erwähnen?
Eine Zeit, welche die Völker in so tief gehender Weise aufregt,wie die Jahre von 1812 bis 1815, und ihre Kräfte in solchem Um-fang in Anspruch nimmt, setzt natürlich Persönlichkeiten von sehr ver-schiedenem Gehalt und Werth in Bewegung, und diese bunte Ver-schiedenheit der handelnden Individuen spiegelt sich dann auch natür-lich in der Literatur, welche die Ereignisse einer solchen Zeit zuschildern bemüht ist, — zumal in der Memoiren-Literatur.
So stellt sich neben den Herzog Eugen von Württemberg SirRobert Wilson, eine eigenthümliche Erscheinung; ein Mann, der ohn-streitig zu mancherlei zu gebrauchen war, dem aber nicht wenig voneinem abenteuernden Glücksritter anklebte. Der Gegensatz könntenicht greller sein. Während der Herzog, der sich in der That einesbedeutenden Antheils an den Ereignissen rühmen durfte, in allem,was er dem Druck bestimmt hat, stets in der glimpflichsten Weise zuerklären sucht, daß offiziell so wenig von ihm die Rede war, hat SirRobert's Schriftstellerei recht eigentlich die Bestimmung seine Person,seine Thaten, seine Verdienste in das allerglänzendste Licht zu stellenund — süchv — so geräuschvoll als möglich über erlittenes
Unrecht zu klagen.
Es kömmt noch ein anderer Umstand hinzu, der seine Mitthei-lungen nur mit großer Vorsicht für die Geschichte zu benutzen ge-stattet. Sir Robert, der schon früher Feldzüge im Verein mit derösterreichischen Armee gemacht hatte, verfiel nämlich im Jahr 1813ganz dem Einfluß des Schwarzenbergischen Hauptquartiers und wurde