Der Feldzug 1812 in Rußland »och einmal.
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Sollte man es glauben, daß irgend ein Herausgeber, besonderswenn er, wie hier der Fall ist, ein naher Verwandter Wilson's ist— dumm genug sein konnte dergleichen drucken zu lassen?
Uebrigens beschränkt sich Sir Robert's Zorn nicht aus Gneise-nau; die gesammte preußische Armee, ganz Preußen muß es entgelten,und die Darstellung der Feldzüge 1813 und 1814 gewinnt dadurchin seinen Tagebüchern eine gar eigenthümliche Färbung. Währenddie allgemein anerkannte, ausgezeichnete Tapferkeit der Russen inbeinahe etwas zu überschwenglicher Weise wiederholt gepriesen wird;während er die Heldenhaftigkeit des österreichischen Heers, von demman doch zur Zeit, in Folge seiner mangelhaften und übereiltenOrganisation, außerordentliches um so weniger erwarten durfte, alsman unter Metternich's Leitung in Oesterreich den „Geist" selbst inder Noth nicht anrufen wollte, mit den glühendsten Farben zu schil-dern weiß und sogar dem Kronprinzen Bernadotte Ruhmeskränzewindet — hat sich die preußische Armee seinen Berichten zufolge imJahr 1813 überall sehr schlecht geschlagen. Hin und wieder zwarnicht ohne Tapferkeit, aber doch immer in so ungeschickter Weise, daßnichts gescheidtes dabei herauskommen konnte.
Zwar, die Leute seien nicht geradezu unbrauchbar, meint SirRobert, es ließen sich am Ende wohl auch aus ihnen ganz gute Sol-daten bilden, wie aus den Portugiesen; nur müßte man hier wiedort dieselben Mittel anwenden; man müßte den preußischen Rekru-ten englische Offiziere zu Führern geben, denn das preußische Offizier-Corps sei ein für allemal gar zu schlecht, von dem sei nichts zu erwarten.
Auch von anderen hervorragenden Männern preußischer Zungeerwartet Sir Robert Wilson dann noch insbesondere das aller-schlimmste, eben wie von Gneisenau.
So berichtet er, wie er nach der Schlacht bei Leipzig die herzog-liche Familie in dem Schloß zu Gotha besucht habe, zu der ein Eng-länder, Morrison, auch dem General bekannt, in freundschaftlichenBeziehungen stand. Das Schloß gefällt ihm ungemein, und er fühltsich am Ende zu folgendem, ungemein treffend empfundenen Stoß-seufzer hingerissen: „Ich hoffe im Interesse seiner" — Morrison's —„Freunde, daß der Minister Stein nicht herkömmt. Denn ich bin ge-wiß, dem würden die Finger jucken bei dem Anblick allen Glanzesdieses herzoglichen Eigenthums!"