Der Feldzug 1812 in Rußland noch einmal.
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Rückzug, — und zu gleicher Zeit wurde der Kaiser förmlich über-schüttet mit Briesen von Aermolow, Bagration, St. Priest und An-deren, die alle Barclay als unfähig oder als Verräther, und denGang der Ereignisse als Verderben drohend schilderten.
Bei dieser Gelegenheit müssen wir nun auch Sir Robert Wil-son's gedenken, der auch unmittelbar nach der Schlacht bei Smolenskdie russische Armee verließ, um nach Petersburg zu reisen. In sei-nem Tagebuch lesen wir (S. 151) die bedenkliche Notiz, daß er einEmpfehlungsschreiben Barclay's mitgenommen habe — und denAuftrag der gesammten Armee, dem Kaiser „die ganze Wahrheit"zu sagen.
In seiner Geschichte des Feldzugs giebt er scheinbar näherenAufschluß über die etwas zweideutige Natur seiner Sendung; er giebtnämlich vor, sein Auftrag seitens der russischen Generale sei gewesen,dem Kaiser auf das dringendste vorzustellen, wie nothwendig es sei— den Reichskanzler Rumäntzow zu entlassen!!!
Bei 0er moldauischen Armee, an der er vorübergereist war, kannteman die Intriguen, durch welche Rumäntzow den Abschluß des sehrnothwendigen Friedens mit der Türkei thörichter Weise hingehaltenhatte — und daß man sich in dem Hauptquartier dieser Nebenarmeesehr ungehalten über den Kanzler aussprach, ist wahr.
Bei der Hauptarmee dagegen gedachte man dieses Herrn sehrwenig oder vielmehr gar nicht; man war in leidenschaftlicher Weisemit Dingen beschäftigt, die sehr viel näher lagen; alle Intriguen, alleWühlereien waren ausschließlich gegen Barclay gerichtet. Ohne allenZweifel war Sir Robert's Auftrag, auch bei dem Kaiser gegen diesenGeneral zu wirken. Zwanzig Jahre später, als er seine Geschichteschrieb, fand er es nicht gerathen einzugestehen, daß er sich hatte inthörichte und zum Theil nicht sehr ehrenhafte Intriguen verwickelnund als Werkzeug gebrauchen lassen; — da schob er den weit herge-holten Namen Rumäntzow's ein — der die Armee und ihn selbst sehrwenig anging, — und, wie bekannt, auch ganz unangefochten in seinerStellung blieb.
Herrn v. Smitt's eigene Arbeiten gehen nicht weiter als bis aufdie Gefechte um Smolensk — doch aber enthält sein Werk auch fürdie Geschichte des ferneren Feldzugs, bis zu dem Augenblick woBarclay die Armee verließ, sehr werthvolle Beiträge. Vor allen ist