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Erster Band.
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Leibeigenschaft und Freilassung der Bauern in Rußland.

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Größe, sei in all' seiner Macht und Herrlichkeit erwacht, entschlossen,sein Gewicht und seine Würde geltend zu machen, vor keiner Anstren-gung zurück zu beben. Man gedenke der Opferfreudigkeit, die sichüberall in dem weiten Reiche kuud gab; der begeisterten Reden undVerse, in denen eine unerschütterliche Ausdauer gefordert und ver-heißen wurde. Und dann rufe man sich in das Gedächtniß, wieüberraschend schnell diese ganze schöne Begeisterung nach kurzemKamps vollständig verraucht und verflogen war, wie schnell man inRußland aus jenen Regionen der Ueberschwenglichkeit zur allernüch-ternsten Stimmung herabgesunken war, in der man meinte, es seiwohl das Beste, sich sobald als möglich, vermöge einiger Opfer, durchgleichviel welchen Frieden aus dem verdrießlichen Handel zu ziehen —selbst wenn Rußlands Ruhm und moralisches Ansehen nicht ganz un-versehrt davon kommen sollte.

Woher dieser plötzliche Wechsel? — Er erklärt sich natürlich ge-nug. Rußland war mit einer wahrhaft trunkenen Siegeszuversichtin den Kampf gegangen; mit einem Selbstbewußtsein, mit einer sol-chen Vorstellung von russischer Tüchtigkeit und Macht, daß man dasganze übrige, wie man meinte überlebte und kränkelnde Europa vonnebelhafter Höhe herab tief unter sich zu sehen glaubte. Die Regie-rung selbst hatte Alles aufgeboten, um solchen Ansichten allgemeineGeltung zu verschaffen. Darüber, daß Rußland nur in Constantin-opel und als Herr der Stadt, Frieden schließen könne und dürfe,waren alle Stimmen einig. Die Eroberung des türkischen Reichs inEuropa stand außer Zweifel. Es waren die Gemäßigten, die sichmit einem solchen Erfolg begnügen wollten. Diejenigen, die einerichtigere Ansicht von dem zu haben glaubten, was Rußland vermagund sich selbst schuldig ist, hielten es für ganz unstatthaft, sich ohnedie Eroberung des britischen Indiens zu beruhigen. Der FürstMenschikow, sein Anhang, und was sonst ultra-nationalen Ansichtenhuldigte, viele Männer von Gewicht und Bedeutung, hatten ohnehinseit Jahren, so oft die Verhältnisse etwas gespannt wurden, sehr vieldavon gesprochen, wie leicht es für Rußland sei, Englands Ueber-muth am Indus und Ganges zu bestrafen.

Aber es giebt keine Lehren, die schneller und unbedingter Ein-gang fänden, als diejenigen, die man auf dem Schlachtfelde erhält.So gelangte man denn schnell genug zu der Einsicht, daß man dem