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Erster Band.
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Leibeigenschaft und Freilassung der Bauern in Rußland.

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sondern thatsächlich, in der Wirklichkeit. Das wurde bei dem gänz-lichen Mangel an Capitalien im Lande, der es Niemandem leichtgestattete, eine solche Besitzung allein und nngetheilt zu übernehmen,indem er seinen Miterben ihren Antheil auszahlte, immer von Neuemnothwendig.

Aber welche Weitläuftigkeiten hätte die Zerlegung einer Land-gemeinde in mehrere gemacht! Und wozu auch? Man beschränktesich darauf, die „Seelen", die Leibeigenen zu theilen, zu bestim-men, welche Individuen im Dorf dem Einen Erben zu Dienst undZins verpflichtet, überhaupt seiner Willkür gewärtig sein, welche jedemseiner Miterben zufallen sollten. Die Dorfgemeinde als solche bliebdabei Ein ungetheiltes Ganze; die Feldflur, die ihr, oder vielmehrder sie angehörte, desgleichen; sie wird nach der Theilung, wie vorher,in herkömmlicher Weise von der gestimmten Bevölkerung des Dorfs,ohne Unterschied wein jedes einzelne Mitglied derselben unterthänigist, nach dem einmal angenommenen commnnistischen Schemabenutzt, und die einzelnen Feldloose gehen aus einer Hand in dieandere; der Knecht des einen Herrn muß dasjenige, das er innehat, nach Ablauf der bestimmten Zeit dem Hörigen eines anderenüberlassen.

Weitere Theilungen können dann, nachdem die Dinge einmal insolche Bahnen geleitet sind, natürlich nur eine neue Eintheilung derBevölkerung in vermehrte Loose zur Folge haben, ohne an den ding-lichen Verhältnissen der Gemeinde etwas zu ändern. Es sind unsDörfer bekannt, die aus diese Weise das Eigenthum siebzehn ja neun-zehn verschiedener Herren geworden sind, ohne daß man das dazugehörige Landgebiet je wirklich getheilt hätte. Keiner der neunzehnHerren kann in der Flur ein Feld nachweisen, das ihm gehörte oderinsbesondere Pflichtig wäre, auf das er bestimmteren Anspruch hätteals die achtzehn anderen! — Man gebe sich Rechenschaft davon,welche Schwierigkeiten es in jedem einzelnen Fall dieser Art habenmuß, zu bestimmten, gesonderten Verhältnissen zu gelangen, und dannzähle man die vielen Tausende von Fällen dieser Art zusammen, diesich in dem weiten Reich aneinander reihen!

Eine letzte und nicht die geringste Schwierigkeit, die jede denWünschen und den Interessen der Grund- und Leibherren entsprechendeLösung der Frage erschwert, und in der That jedes Experiment un-