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Leibeigenschaft und Freilassung der Bauern in 'Rußland.
Minderzahl, die sich ganz unverhohlen und unbedingt zu dieser An-sicht bekennt.
Anders verhält es sich dagegen in Beziehung auf den Commu-nismus, der in den russischen Landgemeinden herrschend ist; dieserwird keineswegs eben so allgemein für das zweite, und vielleichtgrößere Uebel erkannt, an dem Rußland krankt; man ist vielmehr ge-neigt, einen gewissen Werth aus diese Institutionen zu legen. Esist damit eigenthümlich gegangen. Im Allgemeinen findet Niemandleichter Glauben und einen freudigeren Beifall, als derjenige, der dalehrt was die Leute gerne hören; der über Zustände und Verhält-nisse beruhigt, von denen man nicht gerne lassen möchte, und die denndoch, wie man sich mit einem unheimlichen Gefühl gestehen muß,etwas Zweideutiges haben. Welche allgemeine Freude und Zustim-mung, wenn solche bedenkliche Dinge sich unerwarteter Weise in demGewände einer anspruchsvollen Philosophie so überaus schön undstattlich ausnehmen!
Hollbach und Helvetius konnten eines solchen Erfolges gewißsein, als sie Weltlenten Selbstsucht und Epikuräismus als Wissen-schaft predigten — und einen ähnlichen Triumph hat Herr von Haxt-h ausen in Rußland gefeiert. Sein Buch ist geistreich und in man-cher Beziehung tüchtig; wer es mit unbefangenem Sinn betrachtet,kann sich freilich nicht verbergen, daß der Verfasser, verfangen ineiner idealisirenden Vorliebe für eine Vergangenheit, die es, so wieer sie denkt, nie gegeben hat, vollkommen fremd ist in seiner eigenenZeit: aber in Rußland konnte das Niemandem auffallen. Im Gegen-theil. Sein Werk erschien im günstigsten Augenblick; zur Zeit, alscommunistische und socialistische Theorien eine gewisse allgemeine Auf-merksamkeit erregten, und ein seltsamer Widerhall davon durch Eu-gene Sue's Romane auch nach Rußland gedrungen war. Manwußte und verstand freilich von der Sache sonst durchaus gar nichts,aber man hatte die NMeres äe ?ai-i8 gläubig und mit Bewunde-rung gelesen; da sah man denn natürlich in Herrn von Haxt-hausen, der die patriarchalisch-communistischen Zustände der russi-schen Landgemeinden pries, einen Mann, der aus der höchsten, aufder rechten Höhe der Zeit stand. Es war sehr erfreulich, zu verneh-men, daß die Zustände, deren man sich doch im Stillen einigermaßengeschämt hatte, von denen man gewohnt war, gegen Fremde mit einer