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Das russische Heer im Frühjahr 185^.
den Soldaten nicht erlaubt, auf Arbeit auszugehen. Mau achtet dasder Ehre der Garde-Uniform nicht angemessen. In den Provinz-städten aber ist eben nichts zu verdienen.
Diejenigen Soldaten, die das Schneider- oder Schuhmacher-Handwerk erlernt haben, suchen in der Regel ihre erworbenen Fähig-keiten fo lange als möglich zu verbergen. Sobald man darum weiß,müssen sie unentgeltlich für das Regiment arbeiten und auch noch an-dere Soldaten, die ihnen als Lehrlinge zugewiesen werden, zu demHandwerk abrichten. Die Schuhmacher fahren jedoch bei weitem besserals die Schneider. Einmal im Besitz von Handwerkszeug, arbeitensie dann, besonders in den kleinen Garnisonen, auch für eigene Rech-nung, so weit sie irgend Zeit dazu finden, namentlich für die Offiziere,von denen sie dann allerdings nur nach einem sehr mäßigen Maßstabbezahlt werden.
Was der Soldat etwa gelegentlich durch freie Arbeit verdient,entzieht sich natürlich jeder Controle, und bleibt zu seiner persön-lichen Verfügung gleich dem Solde; es kommt nicht in den Artel.Was aber in diese Masse kommt, und wenn es noch so wenig, wennes genau nur der Geldpreis des den Leuten vorenthaltenen Mehlswäre, kann denn doch nicht vollständig und ohne Abzug auf die Ver-pflegung der Leute verwendet werden; denn die Regiments-Comman-denre müssen darüber wachen, daß immer etwas, ja so viel als mög-lich baar im Artel bleibe, damit ein Fond da sei, aus dem ersetztwerden kann, was der Soldat etwa durch eigene Schuld von seinerAusrüstung verdirbt oder verliert, oder was bei vorkommenden Ex-cessen als Schadens-Ersatz gezahlt werden muß u. s. w. — Auch istsein Guthaben im Artel, das ihm dann ausgezahlt wird, das einzige,was der Soldat besitzt, wenn er nach sünfundzwanzigjähriger, — inneuester Zeit, nach fünfzehnjähriger Dienstzeit entlassen wird. —
Wie mir von höheren Offizieren und namentlich von Regiments-Commandeuren versichert worden ist,,wird — abgesehen von denbesser verpflegten Garden — bei den Truppen, die in den Provinzenin Casernen oder auch in engeren Quartieren in den Städten unter-gebracht sind, aus den Artels durchschnittlich im Tertial nur etwaein halber preußischer Thaler für den Mann beigetragen zu den ge-meinschaftlichen Mahlzeiten der acht oder zehn Mann, die eine Tisch-genoffenschast bilden. So viel, als für fünfzehn bis achtzehn Silber-