Das russische Heer im Frülijabr 1854.
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vielmehr ausschließlich — auf die Hauptsache: aus die Ordnung undDisciplin, die in der Anstalt herrschen und aus die Fortschritte derZöglinge in ihrem Lebensberus, dem „Dienst in der Fronte". —Dem, was in den Klassen vorgeht, wird bei solchen Gelegenheiten nichtnachgefragt.
Dadurch ist die Richtung gegeben. In den Cadetten-Corps wirdtäglich zwei Stunden Vormittags, zwei Stunden nach Mittag mitdem Gewehr exerzirt, wobei die sogenannten Handgriffe unaufhörlichwiederholt werden um es in der Ausführung zu dem höchsten Gradder Präcision und Eleganz zu bringen, und damit, wenn dieses Zielerreicht ist, nicht etwa durch Vernachlässigung wieder etwas von dieserPräcision und Eleganz verloren gehe. Viele Zeit nehmen die Prü-fungen in Anspruch, die jedesmal bei der Ueberführung der Zöglingeaus einer Klasse in die andere stattfinden. Während der Sommer-monate stehen auch die Cadetten-Corps, jedes als ein Bataillon, imLager, und diese Zeit über hört selbstverständlich der Unterricht in denKlassen ganz auf; es wird da nichts getrieben, als der „Dienst inder Fronte". Danach läßt sich wohl leicht berechnen, wie viel Zeitfür das Studium der militairischen Wissenschaften und der huma-nistischen Disciplinen übrig bleibt, und mit welchem Erfolg sie, beider körperlichen Ermüdung der Knaben, von in der großen Mehrzahlrecht mittelmäßigen Lehrern, in der That als etwas Nebensächlichesvorgetragen werden.
Nun sollte man denken, bei dem letzten öffentlichen Examen derZöglinge, die als Offiziere in die Armee entlassen werden, müsse dochzu Tage kommen, wie die Dinge eigentlich stehen. Dem ist aber nichtso. Beförderung und Belohnungen des Directors und aller bei einersolchen militairischen Erziehungsanstalt Angestellten, hängen großen-theils von den scheinbaren Ergebnissen ihrer Bemühungen ab, vonder Anzahl wohlgerathener Zöglinge, die sie dem Staat liefern.Das allgemeine Streben geht dem zu Folge weniger dahin, die jungenLeute wirklich zu prüfen, oder vollends die Forderungen, die an siegestellt werden, aus ein wirklich angemessenes Maß zu steigern, alsdahin so Vielen als möglich, so gut es eben gehen will, durch dasExamen zu helfen. Es findet dabei mancher Unterschleis statt, demnachgesehen, wenigstens nicht streng nachgespürt wird, denn daß mannicht viel verlangen darf, das weiß am Ende ein Jeder. Förmliche