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Der französische Adel in seinem Verhältniß
unstreitig nur einmal vor und kann somit als etwas angesehen werdendas nicht regelmäßig jedes Jahr wiederkehrt in den Ausgabe-berechnungen des Staats. So lange es gelingt, Anleihen zu leid-lichen Bedingungen zu machen, braucht ein irgend gewandter Finanz-minister, mit diesen: System ausgerüstet, nicht leicht einen Ausfallanzuerkennen. Daß diese ganz hohle Spiegelfechterei zu ihrer Zeit Gluckmachte, darf uns nicht befremden. Ist man doch noch vor kurzemin Frankreich darauf zurückgekommen, um einen schlimmen Zustanddes Staatshaushalts nicht in seiner ganzen Blöße unumwunden zuzeigen. Damals, wo staatswirthschaftliche Kenntnisse weniger ver-breitet waren als jetzt, die Wissenschaft selbst noch weit mehr in ihrerKindheit lag, konnte das natürlich mit viel größerem Erfolg ge-schehen; besonders zur Zeit als Necker zuerst mit seinem System, wiemit Aladin's Zauberlampe unter die Leute trat und Wunder versprach,die niemandem weder Anstrengungen noch Opfer kosten sollten.
Noch hatte Calonne einen mächtigen Anhang in dem Putzzimmerder Königin; die Herzogin von Polignac hielt ihn und Necker wurdeverbannt. Die Notablen aber sahen es bald als ihre eigentliche Auf-gabe an, den Minister zu stürzen, der solche ungeheuerliche Vorschlägemachte. In den Sitzungen eiferten dieselben Herren für Sparsamkeit,denen die Verschwendung des Hofes allein zu Gute gekommen war.Sie meinten, man könne ihnen nicht znmuthen, ihre Zustimmung zuneuen Lasten zu geben, so lange deren Nothwendigkeit nicht erwiesensei, so lange man sich nicht überzeugt habe, daß sich der Ausfall nichtdurch Ersparungen decken lasse. Das habe man aber nicht gethan;vielmehr wiesen die Herren selbst, so ziemlich aus dem Stegreif, nachwie vierzig Millionen Livres jährlich erspart werden könnten, wennder König seine kostbaren Haustrnppen abschaffen und hier und dasich beschränken wolle. Die Möglichkeit dieser Ersparungen sähen sieselbst bei ihrer unvollkommenen Kenntniß des Staatshaushalts; beigenauerer Kenntniß der Sachlage würden sie gewiß noch mehr nach-weisen können. Man erinnerte daran, daß unter der nichts wenigerals sparsamen Regierung Ludwig's XV. die Ausgaben immer wenigerals vierhundert Millionen Livres betragen hätten und darin lag dieWeisung, daß Ludwig XVI. sich mit ungefähr derselben Summe be-helfen könne, anstatt um ein Drittheil mehr zu brauchen.
Außerhalb der Sitzungen spannen und webten vornehme Herren,