Band 
Zweiter Band.
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Der französische Adel in seinem Verhältniß

tablen gemäß angeordnet, und man freute sich deren Zustimmung zuallen vielfältigen Neuerungen zu haben. In Beziehung aus den drit-ten Stand aber ging die Regierung ihren eigenen Weg ohne sich andie Meinung der Notablen zu binden: sie gewährte ihm die doppelteVertreterzahl. Necker beging aber dabei den Fehler schwacher Halb-heit, die sich vor dem Adel fürchtete, die Abstimmung nach Köpfen, !aus die es doch wesentlich abgesehen war, nicht auch zugleich ausköniglicher Machtvollkommenheit anzuordnen. Die Versammlung selbst,sagte das königliche Ausschreiben, werde über die Art der Abstimmungentscheiden. Man überließ es dem dritten Stande sich die Abstim-mung nach Köpfen selbst zu erkämpfen — und durch Kampf undSieg natürlich alle Macht im Staat in seine Hand zu bringen.

Der Mittelstand zeigte sich erfreut: die hohe Geistlichkeit und derAdel waren natürlich, mit sehr wenigen Ausnahmen, unzufrieden mitdiesen Bestimmungen. Die Ritterschaft der Bretagne, nicht wenigerstolz und leidenschaftlich entschieden als das Parlament zu Reimes,das sich in allen seinen Erklärungen dem Pariser Parlament ange-schlossen hatte, erklärte einmüthig und bestimmt, sie werde keine Ab-geordneten zu den allgemeinen Ständen wählen und senden, weil sienicht in herkömmlicher Weise dem alten Recht gemäß berufen — dieseüberhaupt nicht die Stände des Reichs im Sinn des alten Rechtsseien. Und trotz aller königlichen Ermahnungen und Befehle hattees auch dabei sein Bewenden; unter allen betreffenden Körperschaftendes Landes war und blieb die Ritterschaft der Bretagne allein unver-treten aus dem Reichstag.

Im ganzen übrigen Lande gingen die Wahlen in der angeord-neten Weise vor sich, und es ist dabei gar sehr der Mühe werth,einen Blick in die sogenannten oabiars zu werfen, d. h. in die Jn-structionen welche zumal der Adel seinen Vertretern mit auf denWeg gab. In ihnen zeigt sich daß der Adel in den Provinzen, woder Maßstab für die Bedeutung der Erscheinungen nicht so nahe lagals im Mittelpunkt des Reichs und der geistigen Bewegung, auchnoch nicht dahin gelangt war, Schutz im Schatten des Throns suchenzu wollen. Noch überwog das Streben die Macht der Krone zuGunsten des Adels zu schmälern. Man kam sich gerecht und selbst