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Zweiter Band.
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Unsere Verfassung im Sinn der extremen

Sollte dann z. B. die Regierung mit dem Plane hervorteten — etwagrößere Mittel auf die entstehende preußische Flotte zu verwenden,und die Hülfsquellen dazu in Maßregeln suchen, die den grund-steuersreien Grundbesitz in einer oder anderer Form belasten könnten,so würden wir unfehlbar von jener Seite ganz in demselben Geistwieder vernehmen, was wir wohl schon gelegentlich gehört haben:„Ein erwiesenes Bedürfniß des Staats ist für uns kein Grund unserenVorrechten und Freiheiten zu entsagen. Die Regierung mag selberzusehen, wie sie sich hilft; durch Ersparnisse oder wie sie es sonstversteht! Denn wie sie mit den ihr zugewiesenen Mitteln ihre Aus-gabe lösen, wie sie den Zwecken des Staats gerecht werden will —das geht uns nicht an! „Regieren muß die Regierung allein!" —unser Auftrag ist vor allem „den Daumen auf den Geldsack zuhalten.""

So müssen wir denn am Ende wohl gestehen, daß trotz des selt-samen Gegensatzes, den die objectiv aufgefaßten Worte der Partei mitdem bilden, was sie thatsächlich erstrebt, die Partei, so wie sie ihreeigenen Worte selbst versteht, doch keineswegs im Widerspruch mit sichselbst steht.

Wenden wir nun den Blick von den öffentlichen Verhältnissen,welche durch die beiden einander entgegengesetzten Systeme, das parla-mentarische und das ständische, hervorgerufen und bedingt sind, aufden Einfluß, den beide auf die sittliche Entwickelung der Bevölkerungüben müssen, so erkennen wir auch hier wieder denselben Gegensatz.

Wir sind weit entfernt zu glauben, daß mit einer parlamenta-rischen Verfassung ohne Weiteres alles Gute und Wünschenswerthegegeben sei — oder daß in solchen Institutionen in allen Zeiten undunter allen Bedingungen die einzige Möglichkeit staatlichen Gedeihensliege. Wer einigermaßen in der Geschichte bewandert ist, und dasLeben kennt, der weiß, daß überall der Geist, in dem regiert wird,weit mehr entscheidet und bedeutet als die Formen; er weiß, wie, jenach Landesart und Zeit gar sehr Verschiedenes den gesellschaftlichenZuständen entsprechend und die Zwecke der Menschheit fördernd seinkann. Auch Preußen hat in seiner Geschichte ruhmreiche Periodeneines großartigen Fortschritts auszuweisen, deren Andenken der Nationtheuer ist, und die von solchen Formen unabhängig waren.

Das aber bleibt unbedingt wahr: parlamentarische Institutionen