Band 
Zweiter Band.
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IV.

Frankreich, Oesterreich und der Krieg inItalien. (1859.)

i.

Wir leben in dem Zeitalter der Überraschungen. Mit Ver-wunderung vernahm die Welt gleich im Ansang des Jahrs, als etwasUnerwartetes, was am Neujahrstage in den Sälen der Tuilerien vor-gegangen war. Monate lang schwankte dann Europa zwischen plötz-lich erweckten Besorgnissen und Friedenshosfnungen. Den Kriegselbst freilich mußte jeder Unbefangene vorn ersten Augenblick an fürunvermeidlich halten: aber in einer Weise brach er endlich herein,die nicht blos für die Masse der besangen Hoffenden, sondern auchfür diejenigen, die ihn mit Bestimmtheit erwarteten, in hohem Gradeunerwartet war. Und überraschender noch führte dann der Friedeeinen plötzlichen Abschluß des Kampfes herbei, gerade in dem Augen-blick, wo man glauben mußte, er werde nun erst mit verdoppelterGlut entbrennen — wo eine weitere Ausdehnung unvermeidlichscheinen konnte!

Als der Verfasser dieser Blätter vor wenigen Tagen zuerst darandachte, niederzuschreiben, was über die Vorbereitungen zu diesem weitaussehenden Kampf und dessen Anfang zu seiner Kenntniß gelangtwar, konnte er glauben, daß seine Zeilen den Gang desselben begleitenwürden: — sie sind zu einem Epilog geworden! Aber wohl nicht zueinem überflüssigen. Die Sache ist keineswegs in der Weise abge-schlossen, daß das mitlebende Geschlecht sich nun, befreit von quälendenBesorgnissen, aufathmend anderen Gegenständen der Betrachtung undThätigkeit zuwenden dürste. Wer könnte sich verbergen, daß derjähe Abschluß unhaltbare Zustände schaffen will, weit weniger lebens-

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