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Frankreich, Oesterreich »nd der Krieg in Italien. (1859.)
fähig, weit schlimmer an sich, als die früheren; — daß eine reicheSaat künftigen Unheils ausgestreut ist, die nur allzurafch keimenwird! — Mehr als je ist es nöthig, uns Rechenschaft zu geben vondem, was der Friede von Villafranca nur scheinbar zum Stillstandgebracht hat, und auch scheinbar nur aus kurze Zeit.
Wollen wir aber den Versuch machen, uns über die Erscheinungendieses seltsamen Krieges und ihre Bedeutung aufzuklären, so müssenwir zunächst einen Blick auf die gesellschaftlichen und staatlichenZustände in den Ländern beider kriegführenden Mächtewerfen — aus die Elemente sowohl, aus denen die Kriegsmacht beiderhervorgeht, als aus die Tendenzen, die hier und dort zum Kriegespornten. Nur die Erörterung dieses allgemeinen Hintergrundeskann die einzelnen Erscheinungen verständlich machen, und mancheFrage möchte sogar schon hier im Wesentlichen ihre vollständigeLösung finden. Wir richten aber zuerst unsre Blicke auf Frankreich,und beginnen mit einer Beleuchtung seiner politischen Verhältnisse. —
Der Zustand des kaiserlichen Frankreichs ist ein gar eigenthüm-licher; nicht sowohl schwer zu begreifen, als schwer zu desiniren. — Unddoch! er ist treffend, ja in gewissem Sinn sogar vollständig definirt inwenigen Worten, die dem Prinzen Napoleon beigelegt werden, und diewir mehrfach mit beifälliger Schadenfreude in den Sälen des FanxbourgSt. Germain wiederholen hörten. Sie sprechen das Wesen der öffent-lichen Zustände aus, obgleich sie sich zunächst nur auf die persönlichenVerhältnisse des Prinzen bezogen. Dieser soll nämlich gesagt haben,er müsse suchen, in Frankreich eine veränderte Stellung zu gewinnen,denn seine gegenwärtige sei unhaltbar: „siai rmnpu nvso lss rouMs;— Iss Isg'itiinistss m'ont sn borrsur — los orlsnumtss ins ckstsstsnt,st gunnt nux buounpai'tistsZ —: il n'^ sn n pn!"
So ist es! — es giebt keine Buonapartisten in Frankreich —:denn eine mäßige Anzahl wenig bedeutender Individuen, die, näheroder entfernter mit dem Hause der Napoleoniden verwandt, unver-hofft zu goldgestickten Gewändern und glänzenden Statisten-Rollenam Hofe gelangt sind; — ein paar schnell emporgekommen Aben-teurer — kurz der Hos, von dem eine englische Zeitschrift zur Zeitder Compiegner Festlichkeiten sich erlaubte wegwerfend zu sagen, daßer „aus Findelkindern und Glücksrittern" (fonnckliug's null sbnvpsrs)besiehe —: ein solcher Hof fällt schwerlich entscheidend in's Gewicht.
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