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Zweiter Band.
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23-1, Frankreich, Oesterreich »nd der Krieg in Italien, (1859,)

Vorräthen angehäuft. Das war zum wirklichen Gebrauch; das warErnst. So handelt man, wenn die Vorräthe wirklich gebraucht werdensollen und wenn man nebenher auch jedes vorzeitige Aufsehen ver-meiden will, damit der Feind sich nicht in gesteigertem Grade auchseinerseits zu entsprechenden Vorbereitungen aufgefordert fühle.

So verlautete wenig auch von den Rüstungen im Arsenal zuToulon; und doch waren auch diese sehr bezeichnend und deutetenmit einer gewissen Präcision auf die Ereignisse, die da kommensollten. Das Geschwader unter dem Vice-Admiral Romaiu-Des-fossoes, das schon vor Weihnachten fertig ausgerüstet auf der Nhedelag, und für ein Uebungsgeschwader ausgegeben wurde, bestand nuraus fünf Linienschiffen; es sollte bis auf acht verstärkt werden —und dazu ließ man die erforderlichen drei Schiffe aus Cherbourgnach dem Mittelländischen Meer kommen — während im Arsenal zuToulon noch mehr als zwanzig Linienschiffe abgetakelt lagen, unterdenen man wählen konnte, und eben da, am Platze selbst einigehundert Seeosfieire und mehrere tausend Matrosen unmittelbar zurVerfügung standen! Eine so auffallende Erscheinung mußte natürlicheinen Grund haben — und dieser war an Ort und Stelle nichtsweniger als schwer zu errathen; ein Besuch im Arsenal genügte, umalle Zweifel zu lösen. Dort konnte man gewahr werden, daß eingroßer Theil der Mittelmeerslotte Frankreichs, nach dem technischenAusdruck „ou tlnts" ausgerüstet, d. h. nicht zum Gefecht, sondernzum Transport von Truppen eingerichtet wurde. — Es war alsodaraus abgesehen, Truppen in großer Anzahl über das Meer zuschaffen; nach Genua; an die Küsten von Toscana; vielleicht nach CivitaVecchia — möglicherweise selbst nach dem Adriatischen Meer. Aufeine Expedition dorthin, nach Venedig oder Trieft, deuteten auch dieschwimmenden Batterien, die hergestellt und ausgerüstet, die Schrauben-Kanonenboote nach neuem Modell, die eilig gebaut wurden.

Die französische Regierung hatte aber gar vielerlei Gründe,das Alles so geräuschlos als möglich zu betreiben, und die wichtigstendarunter möchten wohl die einheimischen gewesen sein. Denn gewißist selten ein Krieg in dem Grade unpopulär gewesen, in demGrade einer ganzen Nation zuwider, wie dieser der Bevölkerung vonFrankreich.

Und es waren nicht etwa blos die höheren Stände, die sich da-