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Zweiter Band.
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'Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien, (1859,) 239

blick an, wo Wiederherstellung und Erhaltung des Kaiserthrons derZweck ihrer Thätigkeit wurde. Diese Restauration ließ sich nur durchein entschlossenes Niederschlagen aller politischen Parteien bewirken;und, war das gelungen, wo sollte der Ersatz für alles zum SchweigenGebrachte gefunden, womit die Leere des Nationallebens ausgefülltwerden, wenn nicht eine nach Außen gewendete Thätigkeit Ruhm,Glanz, Einfluß, vielleicht Herrschaft und das Recht, insolent zu sein,in Europa schaffte?

Insofern aber der Schauplatz seiner nächsten Thaten Gegenstandfreier Wahl war, konnte vielleicht Napoleon III. wenigstens inEiner Beziehung bester wählen. Es giebt unter den möglichenKriegen, die unternommen werden konnten, einen, der, im Lande inhohem Grade populär, die entschiedenste Zustimmung der ganzenNation für sich hätte: das wäre der Krieg gegen England, soseltsam es klingen mag. Alles, was man den Franzosen als Preiseines Kampfes zeigen könnte, Belgien, der Besitz des linken Rhein-users — das Alles würde der Einbildungskraft des Volks in ziemlichblassen Farben erscheinen und keine große Begeisterung erwecken —:in einem Krieg mit England aber wäre die ganze Nation bereit, alleihre Kräfte in freiwillig und freudig dargebrachter Thätigkeit aufzu-bieten. In den höheren, gebildeten Kreisen endigten alle Lamenta-tionen über den Krieg, alle Aeußerungen des Mißbehagens und derVerstimmung regelmäßiger Weise mit den Worten: „Ja, wenn eseinen Krieg mit England gälte! das wäre etwas Anderes! da würdenwir mit Freuden alle Opfer tragen!" — Und ganz in demselbenSinne sprachen sich selbst die Armee und die Flotte aus; besonderslaut die letztere. Der Haß gegen England war zu keiner Zeitgrößer in Frankreich, als gerade jetzt, wo in Wahrheit gar keinGrund dafür vorliegt.

Indem Napoleon III. die Verhältnisse Italiens zur Veran-lassung eines im Innern seines Reichs höchst unpopulären Kriegesmachte, ging er offenbar Schwierigkeiten entgegen, von denen kaumzu sagen war, wie er sie zu beseitigen und zu umgehen dachte. Zwar,daß Oesterreichs Politik in Italien in ganz Europa von keinem Un-befangenen gebilligt werde, und nirgends lebhafte Sympathien finde,daß vielmehr die Sache der Italiener die Theilnahme aller Gebil-deten weit überwiegend für sich habe: — das sind Dinge, die ihm