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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien, (1859,)

bekannt sein mußten, und er konnte daraus folgern, daß Niemandso leicht einen entschiedenen Berns fühlen würde, für OesterreichsStellung in Italien unbedingt das Schwert zu ziehen. Aber durfteer auch weiter schließen, daß alle Mächte ruhig zusehen würden, wennin Italien einfach französische Oberherrschaft an die Stelle der öster-reichischen gestellt werden sollte? Gewiß nicht! War doch der Versuch,Preußens Neutralität durch die lockendsten Anerbietnngen für alle Fällezu gewinnen, schon vor dem unheimlichen Neujahrsgruß entschieden ge-scheitert!

Ueberhaupt gab es der Bedenken gar viele. Schon die Betrach-tung war geeignet, die Freude an dem Unternehmen zu trüben, daßsich sehr wenig Aussicht zeigte, Oesterreich wirklich siegreich ausItalien zu vertreiben, wenn der Krieg auf einen Zweikampf zwischenbeiden Kaiserreichen beschränkt bleiben sollte. Die ungemein starkestrategische Stellung, die Oesterreich in Italien hat in dem Viereckzwischen dem Mincio, dem Po und der Etsch, war dann sehr schwerzu überwältigen. Sie konnte nicht umgangen werden, wenn neu-trales Gebiet nicht betreten werden durfte, und selbst der Bodenösterreichischer Provinzen, soweit sie dem deutschen Bunde angehören,als neutrales Gebiet gemieden werden mußte. Es blieb dann nichtsübrig,' als dies befestigte Viereck durch einen unmittelbaren Frontal-Angriff unter harten Kämpfen stückweise zu erobern. Das setzteeinen großen Aufwand von Mitteln voraus, große Opfer und sehrviel Glück! — Besonders aber stand, selbst wenn es endlich gelungenwar, der Friede, der den Gewinn bestätigen sollte, doch immer nochin großer Ferne. Denn selbst der gänzliche Verlust der italienischenProvinzen war immer noch nicht ein Ereigniß, das den österreichischenKaiserstaat in seinen Grundtiefen erschütterte, und in die dringendeGefahr versetzte, die den Frieden nach dem Gebot des Siegers anzu-nehmen zwingt. Und wie konnte man annehmen, daß Oesterreichden Kamps aufgeben und den Frieden um den Preis eines König-reichs erkaufen werde, so lange es sich nicht in eine zwingende Lageversetzt sah, so lange es sich in seinen deutschen Landen sicher wußte,und in der That nichts Großes wagte bei der Fortsetzung desKriegs gegen einen Feind, der jeden Sieg nur innerhalb sehr enger,vorher bestimmter Grenzen verfolgen durfte?

Auf diese Weise war kein Ende abzusehn. Wollte aber Napo-