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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

nahe Kolonie dem Mutterlande, wenn ein den Engländern, den aus-dauernden Flamändern, den Deutschen ähnliches Volk sie zu benutzenhätte! Unter Frankreichs Fittigen macht der ehemalige Sitz punischerCultur zum Verwundern geringfügige Fortschritte, und diese sind,insofern sie irgend Realität haben, ganz überwiegend das Werk nicht-französischer Einwanderer. Ohne allen Vergleich das Meiste undBeste thun die spanischen Einwanderer aus Majorka für den Anbaudes Bodens, so daß die Frage aufgeworfen werden kann, ob dasLand in einer etwas ferneren Zukunft den Charakter einer französischenoder den einer spanischen Kolonie haben werde. Ein Franzosewandert fast nie im Ernst nach Africa aus, um sich wirklich dortanzusiedeln. In der Regel geht er nur auf einige Jahre hin, umdie große französische Civilisations-Anstalt — ein „oute" — zu er-öffnen, oder auch einen „sulon äs ooikkuroft und sich so schnell wiemöglich zu bereichern.

So sind denn auch im Innern Frankreichs nur wenige Pro-vinzen in befriedigender Weise, dem heutigen Stande landwirthschaft-licher Kenntnisse entsprechend angebaut, wie z. B- die Normandieund die Lande deutscher Zunge. Der Süden namentlich, der einblühender Garten sein könnte, wie die gerühmtesten Landstriche alterund neuer Zeit, ist weit zurück und bringt nicht Brot genug für dieeigene, keinesweges übermäßige Bevölkerung hervor. Es fehlt demBoden an Feuchtigkeit; er kann deshalb nur für Pflanzungen benutztwerden, die einen großen Theil anhaltender Dürre vertragen. DerOelbaum, einst von phokäischen Kolonisten an diese Gestade verpflanzt,entspricht diesen Bedingungen, und bedeckt demgemäß in langen,gleichlaufenden Reihen die Thäler, die Flächen der Provence undzum Theil auch im Languedoc. Aber der Ertrag ist ungewiß, Miß-erndten kommen sehr häufig vor. Zwischen den Oelbäumen ziehensich Reben, denen man nur sehr wenige Pflege angedeihen läßt, eben-falls in Reihen dahin — und zwischen den Bäumen und Rebenwird streifenweise Getreide gesäet, durch den Schatten, dessen es hierbedarf, vor den Alles versengenden Strahlen der Sonne einiger-maaßen geschützt. Aber die Ernten sind dürftig, denn die Felderstehen durchaus in sehr geringer Cultur, da, bei der allgemeinenArmuth an Wiesen und Futter, der Viehstand ein sehr ungenügen-der ist. Größere Gutsbesitzer, die ihre Felder durch gedungene

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