Band 
Zweiter Band.
Seite
244
JPEG-Download
 

244 Frankleick', Oesterreich und der Krieg i» Italien, (1859,) :

Arbeiter bestellen lassen, gestehen, daß sie nicht immer aus die Kostendes Getreidebaues kommen. Dazwischen stößt der Reisende selbst inder Provence aus eine vollständige Wüstenei, wie die plaiu« <le 6,-an.Kaum daß Schasheerden, die für den Sommer in die Alpen ge-trieben werden, hier nur für wenige Wintermonate eine ärmliche ,Weide finden, und mit Erstaunen erfährt man, daß Wölfe, derenVertilgung sich Niemand angelegen sein läßt, große Verheerungen iunter ihnen anrichten. Im Languedoc vollends liegen fast alle etwashochgelegenen Bodenslächen, Karissuss genannt, vollkommen öde undunbenutzt in der Sonnengluth — und wer hat nicht von den la-missgehört, von den Heiden, die sich weiter im Westen, in Guienne, un-absehbar ausdehnen?

Welchen unermeßlichen Reichthum hier künstliche Bewässerungerzeugen könnte, das beweisen die wenigen Landstriche, die hin-reichend bewässert sind, wie die sogenannte Camargue, d. h. dasRhone-Delta. Dort bringt der Walzen das zwanzigste Korn undmehr. Auch wäre es wohl möglich, fast überall Wasser hinzubringen.

Es handelt sich darum, die Hochwasser der Ströme, die jetzt nur über-schwemmen und verwüsten, Bäume und fruchtbare Erde mit sich fort-reißen in das Meer, in Teichen aufzufangen und von dort aus denSommer über zu nutzen. Aber für dergleichen ist das Interesse derGeldmänner nicht zu gewinnen, die Landleute selbst denken nicht daran,sich zur Ausführung solcher Anlagen zu vereinigen, und wenden lieber,was sie an Capital besitzen, dem Börsenspiel zu. Da kann man schnell, ;ohne Anstrengung, durch einen einzigen glücklichen Coup reich werden,ja fabelhafte Summen gewinnen, und in den Vollgenuß des Lebenseintreten! Der Landbau bleibt in ganzen Provinzen, was er schonseit Jahrhunderten ist.

Indessen, so ungenügend auch die natürlichen Hülssquellen desLandes genutzt werden: Frankreich ist auch in seinem jetzigen Zu-stande reich, und liefert der Regierung ohne allzu große Anstren-gungen ein Jahres-Einkommen, wie keine andere aus dem europäi-schen Festlande es auszuweisen hat. Leicht, säst spielend vermag dasLand die Kosten eines Krieges zu tragen, so daß des Kosten-punktes eigentlich nie gedacht wird, so unpopulär auch derKrieg sein mag.

Freilich geht denn auch hier wieder unendlich viel ganz unge-