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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

Kriegsmacht betrifft —: die Bevölkerung, so hört mau in Be-ziehung auf diese, aus ihre physische Beschaffenheit, vielfache Klagen;es wird von Entartung gesprochen; es sei nothwendig geworden, dasMilitärmaaß herabzusetzen; das gegenwärtige Geschlecht sei kleiner undschwächer, als das frühere. Im Allgemeinen ist freilich auf solcheKlagen nicht viel zn geben, denn man hört sie auch wohl anderswo,mitunter selbst in Gegenden, wo sie notorisch ungegründet sind, undzu allen Zeiten sind ähnliche geführt worden. Sie gehören wesentlichzu dem Gerede von der guten alten Zeit, das auch schon in den ältestenZeiten üblich war. Aber etwas Wahres liegt selbst im Allgemeinendiesen Aeußerungen dennoch zu Grunde. Zu Zeiten eines rauhenLebens ist die Sterblichkeit unter den Kindern furchtbar; nur Indi-viduen, die mächtig ausgerüstet zur Welt kommen, überleben die erstenJahre, und was überhaupt groß wird, trügt natürlich den Stempelkörperlicher Tüchtigkeit an sich. Zeiten einer vorgeschrittenen Culturpflegen auch manches schwächer angelegte Leben heran und bringenes zur Entfaltung; auch schwächliche Individuen durchlaufen eine voll-ständige Lebensbahn und haben Nachkommen. Wie dann auch derEinfluß so mancher schädlichen Lebensweise eingreift, ist vielfach undvielleicht sogar mit einiger Uebertreibung besprochen worden. Möglichferner, daß gerade in Frankreich noch andere Factoren eingewirkthaben. Man erwäge nur, welch' einen gewaltigen Verbrauch vonMenschenleben die Kriege des ersten Kaisertums herbeigeführt haben,und daß die Hunderttausende, die in Spanien, in Rußland, an derElbe einen frühen Tod fanden, die Blüthe der Nation, die kräftigstenjungen Männer waren; daß Frankreich deren in den Jahren 1812bis 1814 allein nahezu eine Million verlor. — Das gegenwärtigeGeschlecht besteht demnach wohl in einem stärkeren Verhältniß, alsbei einer nicht so gewaltsam unterbrochenen Bewegung der Bevölke-rung der Fall wäre, aus Nachkommen der schwächeren, zum Kriegs-dienst nicht tauglichen Individuen, die zn Hause bleiben durften.

Wie dem aber auch sei: Eine Erscheinung aus diesem Gebiet istjedenfalls geeignet, großes Bedenken zu erregen und nicht zweiselhast.Sehr oft, wenn man in Frankreich die Frage auswirft, warum dieseoder jene Verbesserung der Bodencultur, deren Nothwendigkeit vonallen Urteilsfähigen ohne Widerrede anerkannt wird, nicht zur Aus-führung kommt, erhält man die überraschende Antwort: es fehlt uns