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Zweiter Band.
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248 Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien, (1859)

als je, für jedes Volk der Welt ein sehr gefährlicher Gegner wäre. —Je nachdem der Genius eines Volks geschaffen ist, kann eine furcht-bare und gefährliche Macht nach Außen, innerer Krankheit ungeachtet,gar wohl bestehen. Man erinnere sich nur, welche unsägliche Korrup-tion schon zu den Zeiten der Gracchen im alten Rom eingelassen war,und alle Elemente eines gesunden staatlichen Daseins unheilbar ange-griffen hatte, und wie lange nachher noch Rom der ganzen Weltfurchtbar blieb. In Frankreich steht es aber jetzt noch bei Weitemnicht so schlimm wie damals im römischen Weltreich; noch haben dakeine Latifundien den kleinen Besitz des Landmanns absorbirt. Wiedas Grundeigenthum vertheilt ist, wird ein zahlreiches Landvolk nochaus lange Zeiten hinaus vortreffliche Soldaten liefern, — und sollteden Franzosen überhaupt auch die Größe und Reinheit des Charactersfehlen, die erfordert werden, um ein freies und erfreuliches Staats-wesen für die Dauer zu gründen, fehlt auch der lebendige und wahr-hafte Sinn für das Ideale, den edle Naturen unter ihnen so schmerzlichvermissen, so sind sie doch geistreich, klug, gewandt und tapfer, mitgroßer Energie ganz aus die unmittelbare Gegenwart, auf Benützungdes Augenblicks und der Umstände, auf den unmittelbaren Vortheilgerichtet. Ihre Ansprüche in Beziehung auf die Stellung, die Frank-reich in Europa zukommt, gehen sehr weit, ihre Zuversicht, die Vor-stellung von dem, was Frankreich vermag, fast noch weiter.

Die Schichten der Gesellschaft, aus denen die bewaffnete Machthervorgeht, sind weder entnervt noch verweichlicht, und so ist dennauch die bewaffnete Macht Frankreichs durchaus in einem Achtunggebietenden, vortrefflichen Zustand. Es ist kein Kinderspiel sich mitihr zu messen: darüber darf man sich nicht täuschen.

Es ist hier nicht der Ort, alle Zahlen zu wiederholen, die auchanderswo zu finden sind, und eben so wenig können wir auf alletechnischen Einzelnheiten eingehen, deren Bedeutung doch am Endenur einem ganz militärischen Publicum verständlich ist. Nur dieallgemeinen Züge des Bildes, und die Endergebnisse einer Durch-musterung des französischen Heers dürfen hier unsere Aufmerksamkeitin Anspruch nehmen.

Wir wenden uns hier zunächst zu der Waffe, die immer deneigentlichen Kern und die Hauptmacht jedes Heeres ausmachen wird,zu der Infanterie, und bemerken, daß der Unterschied zwischen